Presseschau Drohende Rezession: Europa steht am Pranger

Die internationale Presse sieht Europa bei den Gesprächen von IWF und Weltbank auf der Anklagebank. Die Uneinigkeit und die drohende Rezession in der Euro-Zone gefährdeten die ganze Welt. Die Presseschau.
  • Peggy Pfaff
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Die internationale Presse warnt vor einem wirtschaftlichen Abwärtsstrudel, den die europäische Schuldenkrise verursachen könnte. Quelle: Armin Dahl

Die internationale Presse warnt vor einem wirtschaftlichen Abwärtsstrudel, den die europäische Schuldenkrise verursachen könnte.

(Foto: Armin Dahl)

Düsseldorf„Europas Uneinigkeit gefährdet eine Lösung der europäischen Schuldenkrise“ bilanziert das Wall Street Journal nach den Treffen von Finanzministern und -experten sowie Vertretern des IWF und der Weltbank am Wochenende in Washington. Differenzen führender europäischer Politiker verhinderten ein Weiterkommen. Zwar hätten sie bekräftigt, den Europäischen Rettungsfonds weiter aufstocken zu wollen, doch dazu müssten alle 17 Mitglieder der inzwischen zwei Monate alten Übereinkunft zustimmen, gibt die Zeitung zu Bedenken: „Die harte Opposition in Deutschland könnte die Umsetzung des Plan blockieren.“

Zu Recht hätten Banker und IWF-Vertreter am Wochenende über die Politiker geklagt: „Sie handeln nur aus Eigeninteresse, und erzeugen so desaströse, kollektive Ergebnisse.“ Folglich habe „Angststimmung“ auf der IWF-Tagung geherrscht.

„Die Euro-Zone steht kurz vor der Rezession“, hat die britische Financial Times als deutliches Signal von den „düsteren Tagungen“ des IWF und der Weltbank mitgenommen. Europas Schuldenkrise sei das derzeit dringlichste Problem, es bestehe die Gefahr, dass der Kontinent die ganze Welt mit nach unten reiße. Presseberichten zufolge schienen Politiker in Deutschland und Frankreich aufzuwachen und die Dringlichkeit der Lage zu erkennen. „Sie denken vielleicht über drastischere Maßnahmen und Schritte nach, möglicherweise auch über eine griechische Staatspleite.

Doch die daraus resultierenden Verluste würden eine Rekapitalisierung europäischer Banken nötig machen, und das hieße letztlich „finanzieller Transfer von den stärkeren zu den schwächeren Euro-Zone-Mitgliedern.“ Doch in Deutschland habe sich in dieser Frage die Haltung nicht geändert. Auch die andere Möglichkeit - die EZB zum Aufstocken des Europäischen Rettungsfonds zu nutzen, und nicht Gelder der einzelnen Regierungen - stoße nicht auf viel Zustimmung.

„Die Schuldenkrise in Europa wird die USA mit sich nach unten ziehen“, ist sich der australische Business Spectator sicher. „Beide Wirtschaften sind eng miteinander verwoben. Wenn Europas Wirtschaft signifikant einbricht, wird der US-Export nach Europa ebenfalls einbrechen. Immerhin exportierten die USA 2010 Güter im Wert von 412 Milliarden Dollar in die EU.“ In der Folge werde der handelsgewichtete Euro weiter sinken, der Dollar werde aufgewertet, US-Exporte würden dann noch teurer. „Außerdem haben US-Banken 113 Milliarden Dollar an europäische Länder verliehen, Griechenland, Irland, Portugal und Spanien.“

Die Markttumulte hätten schon jetzt negative Auswirkungen auf US-Renten- und Anlageinvestements. „Doch was in Europa passiert oder entschieden wird, kann Amerika nicht beeinflussen. Die USA sollten sich deshalb vorbereiten und Jobs schaffen, Arbeiter unterstützen, und eine gute Fiskal- und Währungspolitik betreiben, um sich gegen eine von Europa herüber schwappende Rezession zu wappnen“, rät das Blatt.

Griechenland-Pleite ist unvermeidbar
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4 Kommentare zu "Presseschau: Europa steht am Pranger"

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  • Zitat:
    Wenige Tage vor der Abstimmung im Bundestag über eine mögliche Aufstockung des Rettungsschirms EFSF warnt die Ratingagentur Standard & Poor's, dass sich eine Aufstockung negativ auf die Kreditwürdigkeit Deutschlands auswirken könne.
    Zitat Ende:

    Aber Schäuble und Merkel sehen diese Gefahr nicht!
    Sie woller den "erweiterten EFSF" und den "ESM" mit Gewalt durchdrücken; koste es (dem Steuerzahler) was es wolle.
    Somit sind sie die Totengräber Deutschlands.

    Zitat:
    Die Risikoprämie Deutschlands stieg am Montag auf das Rekordhoch von 111 Basispunkten oder 1,11 Prozent. Damit kostet die Absicherung einer Forderung von einer Million Euro gegenüber dem deutschen Staat eine jährliche Prämie von 11 110 Euro. Anfang Juli waren dafür nur 4000 Euro erforderlich.
    Zitat Ende:

    Das sind ja "nur" +64%; das sind doch "peanuts"!!!
    Das muß uns doch der "Frieden" in Europa wert sein!

  • "Zu Recht hätten Banker und IWF-Vertreter am Wochenende über die Politiker geklagt: „Sie handeln nur aus Eigeninteresse, und erzeugen so desaströse, kollektive Ergebnisse.“"

    Alles klar, die asozialen Bankster und Gelddruckjunkies werfen irgendjemandem vor aus Eigeninteresse zu handeln. Konkrete Namen bitte: wer wirft hier wem etwas vor und welchen Anteil hat das Handeln der betreffenden Person in der Vergangenheit an den Ursachen der Finanzkrise und welches Interesse hat diese demzufolge davon mit einem "haltet den Dieb" abzulenken.

  • Nett,
    verdreht man Ursache und Wirkung sind die Anderen am eigenen Desaster Schuld!

    Zahlt endlich Deutsche oder lasst wenigstens die Geldpresse laufen, wir wollen nicht für unsere Fehler selber geradestehen. Ich vermisse noch die Nazi Nummer, oder hab ich die verpasst?

  • Also das alles läuft ab, wie nach Drehbuch.

    Ein alter Wahlspruch der Illuminati sagt ja, dass man erst eionmal das totale Chaos erzeugen muss, damit das Volk dann nach der strngen Hand, also mehr Gesetze und Einschränkungen schreit.

    Der aufgeklärte Bürger schreit förmlich damach, dass man ihn als Sklaven hält

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