Presseschau: Facebook muss Myspace-Untiefe umschiffen

Presseschau
Facebook muss Myspace-Untiefe umschiffen

Die internationale Wirtschaftspresse erwartet, dass Facebook heute seine Börsen-Pläne‎ enthüllt. Diese könnten konservativer ausfallen als bisher angenommen. Der Erfolgsdruck auf Mark Zuckerberg ist höher denn je.
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Für den heutigen Mittwoch wird die Veröffentlichung des Facebook-Börsenprospekts erwartet, der Investoren mit den Geschäftszahlen des Unternehmens vertraut machen soll.

Die International Financing Review meldet, dass Facebook, anders als bislang erwartet worden war, nur rund fünf Milliarden Dollar durch den Börsengang einnehmen will. Die Summe könne sich allerdings noch ändern. Der IPO-Prozess solle bis Mai abgeschlossen werden, dann kämen die Papiere in den Handel; erst in rund drei Monaten werde also auch klar sein, zu welchem Kurs die Aktie ausgegeben werden solle. Als Bookrunner habe Facebook Morgan Stanley, Goldman Sachs, Bank of America Merrill Lynch, Barclays Capital und JP Morgan engagiert, wobei Morgan Stanley die Führung übernehmen solle.

Der voraussichtlich größte Börsengang eines Social-Networking-Unternehmens sei der klare Beleg für die Annahme von Investoren, dass man viel Geld mit dem Social Web verdienen kann, deutet die New York Times. Aktuell sei der Kampf zweier Onlinewerbe-Modelle zu beobachten: Google verdiene Geld mit der Kombination von Suchmaschine und Anzeigen – das Internet als Instrument der einsamen Erforschung. Facebook wolle das „soziale Modell“ des Internets dagegen monetarisieren – die Nutzer müssten Informationen über sich teilen, damit die Firma Geld verdient.


Forbes skizziert die Risiken für Facebook: Einerseits gebe es mit Google+ inzwischen einen aussichtsreichen Wettbewerber. Andererseits sieht der Kommentator die Gefahr, dass die Nutzer irgendwann die Lust an Facebook verlieren und andere Wege der Kommunikation einschlagen. Schließlich gebe es noch das Risiko von Managementfehlern, ähnlich wie beim Netzwerk von Myspace, das eine zeitlang an der Spitze gelegen habe, bevor es fast in Vergessenheit geraten sei.

Der indische Financial Express berichtet, dass nach zahlreichen erfolgreichen Börsengängen von Social-Network-Unternehmen im vergangenen Jahr den Investoren vor lauter Freude auf Facebooks „Mega-Börsengang“ das Wasser im Munde zusammenlaufe. Doch nicht nur für die Investoren und das weltweit größte soziale Netzwerk selbst werde der bevorstehende Gang an die Börse positive Auswirkungen haben. Auch zahlreiche Banker rieben sich die Hände. Die durch den Börsengang erzielten Einnahmen wolle Facebook, laut verschiedener Quellen aus dem Unternehmen, nutzen, um Start-Up-Unternehmen zu erwerben und zu expandieren. Facebook habe sowohl als Firma als auch als einzigartiges Phänomen die Welt im Sturm erobert. Nun sei es an der Zeit, dass der Wert der Firma in konkreten Zahlen ausgedrückt werde, lautet das Fazit des Financial Express.


Das Wall Street Journal porträtiert Divesh Makan, der das Vermögen von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und COO Sheryl Sandberg verwalte. Der Kontakt sei bereits 2006 entstanden, als Makan noch für Goldman Sachs gearbeitet habe; inzwischen habe der Mann mit dem südafrikanischen Akzeit eine eigene Vermögensverwaltugsfirma, Iconiq Capital. Makan ködere gezielt angehende Technologie-Unternehmer, wenn diese noch Glasnudeln äßen und sich kaum die Miete leisten könnten, berichtet ein Kunde dem WSJ.

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