Presseschau
Draghis Abschied vom Bundesbank-Vorbild

Finanznachrichten

Schärferes Abkommen geplant

Finanzminister Wolfgang Schäuble will mit Korrekturen am Steuerabkommen mit der Schweiz die Zustimmung der Opposition erringen. Er plant laut Welt höhere Steuersätze und mehr Transparenz.

Die Schweizer Banken stehen laut einem Bericht der NZZ weiterhin hinter dem Steuerabkommen mit Deutschland. In Bankkreisen sei die Hoffnung gross, dass es Schäuble gelingen werde, im Bundesrat doch noch eine Mehrheit für das Abkommen zu gewinnen.

Der Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber konkretisiert in einem Interview mit der Handelszeitung seine Vorwürfe gegen deutsche Steuerfahnder. Er sieht eine neue Dimension der Wirtschaftsspionage. „Und im aktuellen Fall haben wir es mit einem verbotenen wirtschaftlichem Nachrichtendienst zu tun“

Kritik am Banken-Monopol

In China kritisiert der Staat in außergewöhnlich scharfer Form die von ihm kontrollierten Banken. „Unsere Banken machen zu leicht Gewinn. Warum? Weil eine kleine Zahl großer Banken ein Monopol besitzt", sagte der chinesisische Premier Wen Jiabao in einer im Radio übertragenen Rede. „Um das Monopol zu knacken, brauchen wir privates Kapital in unserem Finanzsektor." Businessweek Bloomberg wundert sich: „Wen spricht wie ein mutiger Reformer“.

Die sicherste Bank der Welt

Zwei Mal jährlich bringt das Wirtschaftsmagazin Global Finance seine Rangliste der weltweit 50 sichersten Banken.  Die Bewertungen beruhen auf den langfristigen Kredit-Ratings der drei grossen Bewertungsagenturen Moody's, Standard & Poor's und Fitch, aber auch auf den vorhandenen Vermögenswerten. Auf Platz ein liegt die KfW. Denn kleinere Institute gelten als sicherer, wobei natürlich eine Staatsgarantie am Ende einen entscheidenden Vorteil verschafft.

Gratiskultur und Abzocke

„Deutschlands Bankkunden genießen eine Gratiskultur - nur wenn es um ihre Geldanlage geht, zahlen viele Verbraucher teils horrende Gebühren, häufig ohne ihr Wissen“, schreibt der Spiegel. Die Politik habe das zwar erkannt, doch es fehle der Mut für beherzte Reformen. Dabei komme es beim Treffen von provisionsabhängigen Bankberatern mit arglosen Kunden regelmäßig zu haarsträubend schlechten Ergebnissen. „Statt mit der für sie passenden Geldanlage gehen die Kunden mit Produkten nach Hause, die ihnen oft gewaltige Kosten bescheren: Aktienfonds, fondsgebundene Renten- und Lebensversicherungen oder Zertifikate“, schreibt der Spiegel weiter.

Kommentare zu " Presseschau: Draghis Abschied vom Bundesbank-Vorbild"

Alle Kommentare
  • Hi, Grüße aus dem Reformunfähigen Spanien. Das Baskenland und Katalonien hat eine Steuerhoheit und lehnt Sparen ab, das korrupte Andalusien klagt gegen die Sparmaßnahmen. So bleibt der unfähigen Goldman Sucks Regierung nur das Scheinsparen, fällt ja erst ineinem Jahr auf daß das Defizit 5% höher ausfällt!

    Die Opposition in Andalusien, die eine Minderheitsregierung stellen wird, wirbt offen mit einem Schuldenschnitt, das war ja ein großer Erfolg in Griechenland so die EU Führung!

    Ehrlose Politik-Diletanten in der ganzen EU.

    Frohes Steuernzahlen, Luggi

  • ohne polemik: die entscheidung draghis zeigt doch nur, daß sich die wirtschaft im euro raum völlig auseinanderentwickelt hat oder vielleicht sogar nur deutschland,trotz dieser regierung, die nichts vom sparen und ordnungspolitik versteht. bei der arbeitslosigkeit und den negativen wachstumsraten entsprichen diese maßnahmen den bedürfnissen der anderen länder.
    nur:wenn man die drogen absetzt kommen irgendwann die entzugerscheinungen - die will aber keiner der staaten und schon gar nicht deren bevölkerungen akzeptieren

  • Soll Draghi doch den Tourismus in Italien mit folgendem Spruch ankurbeln: "Kommen Sie nach Italien, Ihr Geld ist schon dort."

  • Merkel hat doch aktiv mitgeholfen, Weber wegzumobben und Draghi einzusetzen.

    Schön Wetter mit Frankreich zu machen war wohl wichtiger als deutsche Interessen zu vertreten.

  • und jetzt so tun als wäre das eine Überraschung. Eigentlich hilft da nur der konzertierte Ausstieg der Nordländer und eine klare Geldpolitik für den Süden. Wo alles andere hinführt sieht man ja auch in Italien. Der Norden erwirtschaftet und der Süden hält es mittlerweile für sein gutes Recht das für sie gezahlt wird. Anstrengungen das zu ändern sehen anders aus und führt zu einer Reaktion a la Liga Nord etc.. Sparanreize sind seit Draghi und Konsorten eh nicht mehr gegeben. Aber der Worte sind eh genug gewechselt, da helfen nur die nächste Wahl - nur wen?

  • Herr Draghi beschafft den EU-Südstaaten frisches Geld. Dafür wurde er von denen eingesetzt. Deutschland hat da nichts mehr zu sagen. Nur zu zahlen! Aber die Notbremse zu ziehen traut sich die deutsche Politik auch nicht. Dann müsste man ja Fehler eingestehen!

  • Von den Finanzministern macht doch jeder mit, weil sie nicht durchblicken und der Kurs doch vorgegeben ist: Zahlen bis zum bitteren Ende. Und nachdem Unterschreiben des ESM kann man dann sagen, dass dies so vertraglich geregelt ist, also Gesetz und sie somit keinen Einfluss drauf haben, wenn wieder eine Zahlungsanforderung kommt. Und der hörige deutsche Bürger murrt ein bisschen und knickt ebenfalls ein, wobei man dann schon sauer wird, wenn von sozialen Massnahmen die Rede ist, weil dies bedeutet, dass noch mehr gezahlt werden muss.
    Was genau hat eigentlich Merkel und ihre CDU in der Zeit nach ihrem Amtsantritt verwesentlicht in Deutschland? Den Ausstieg aus der Atomkraft in einem undurchdachten Hauruckverfahren? Also wenn man mal Fazit zieht und überlegt, was gut geregelt wurde und dem Wohlergehen des Landes diente, dann wird es sehr mager bzw. sogar negativ, da die Lebensqualität nicht gestiegen ist für die Mehrheit der Bevölkerung und dieses auch nicht zu erwarten ist, obwohl sich da Einiges tun liesse. Die Gesamtnote ist mangelhaft.

  • Draghi... Ex-Goldman-Sachs-Banker ... da sagt doch alles!
    Warum selber das Problem anpacken wenn andere sowieso zahlen...

  • Nicht Herr Draghi ist das Problem, sondern die deutsche Politik, die ihm tatenlos zusieht.
    Herr Draghi wird weiter munter Geld verteilen und schert sich einen Dreck darum, dass dabei die Kaufkraft des Euros zerstört wird.
    Im übrigen verletzt er damit Regeln und Gesetze, aber das interessiert anscheinend heute keinen mehr.
    Die Herren Weber und Stark sind zurückgetreten, Herr Weidmann kläfft ein bischen und das war's dann.
    Wozu haben wir einen Finanzminister in Berlin und 16 Finanzminister in 16 Bundesländern, wenn von denen dazu gar nichts kommt?

  • Tja wie heißt dass so schön: „Wer aus der Geschichte nix lernt, ist dazu verdammt sie zu wiederholen.“

    Auf der eine Seite Brüningsche Sparpolitik und auf der anderen Seite Flutung der Märkte mit Schulden.

    Das die Entschuldung des Staates über Inflation in der Regel nicht gelingt, wenn das Vertrauen in stabiles Geld und in die Zentralbank erst einmal weg sind, ist ja nichts Neues.

    Unser lieber Herr Junker hat nicht umsonst vor einem halben Jahr schon gefordert, die so genannten „Zweitrundeneffekte“ zu verhindern.

    Im Klartext: Liebe Bürger wir werden euch jetzt mit ca. 10% Inflation /a enteignen und nun haltet mal bitte schön still!!!

    Das das nicht funktioniert, zeigen die netten Lohnforderungen und Tarifabschlüsse von über 6%. Und somit beginnt sich langsam aber sicher eine Spirale zu drehen, die uns Deutschen nur zu bekannt vorkommen dürfte.

    Aber diesmal werden wenigstens auch die Südländer in den „Genuss“ einer Hyperinflation kommen.

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