Presseschau
GMs neuer Motor ist China

Die internationale Wirtschaftspresse blickt gespannt nach Detroit, wo General Motors heute neue Quartalszahlen vorlegt, und analysiert die Lage des Konzerns. Canoe Money wiegt Silber gegen Gold auf. BusinessWeek erklärt, wie Startups von der Rezession profitieren. Der Economist gratuliert der Eurozone zu einem kleinen Aufschwung. Fundstück: Keine Hölle in Down Under.
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"Relativ gute Ergebnisse" sind aus Sicht von BusinessWeek bei der heutigen Bekanntgabe der General Motors-Quartalszahlen zu erwarten. Deutlich gestiegene Einnahmen, ein verbesserter Cash Flow und ein moderater Verlust - damit werde GM nach Angaben von Insidern seinen ersten Bericht nach der Insolvenz im Juni vorlegen. "Geringere Kosten, eine verbesserte Nettopreiskalkulation und die Schließung diverser Fabriken scheinen erste, positive Auswirkungen zu haben." GM sei zwar nicht stabilisiert, offenkundig aber dabei, sich zu stabilisieren. Zudem würden die neuen Modelle des Autobauers gut am Markt ankommen. "Bessere Zahlen dürften CEO Frederick Henderson willkommen sein, der neue Verwaltungsratsvorsitzende Edward Whitacre setzt ihn zusätzlich unter Druck", kommentiert das amerikanische Wirtschaftsmagazin.

Das Wall Street Journal erwartet neben Stellungnahmen zur Finanzsituation, zur Profitabilität des Nordamerika-Geschäfts und zum Opel-Restrukturierungsprozess auch eine richtig gute Nachricht: die Entwicklung des China-Geschäfts. "478.000 Autos hat GM in China verkauft, die Absatzzahlen in den USA und im Reich der Mitte liefern sich derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen." Auf 34 Prozent habe GM seinen Marktanteil in China steigern können, maßgeblich über Joint Ventures, und so seine Position als Hauptakteur auf dem globalen Automarkt verteidigen können. "Um den Turnaround zu schaffen, muss GM sein internationales Geschäft konsolidieren. Dass diese Strategie aufgehen kann, zeigt GMs Erfolg in China", meint das Blatt. Zwei Millionen verkaufte Autos könnten am Ende des Geschäftsjahres in der China-Bilanz stehen. "Ungeachtet des möglichen Profits trägt die China-Sparte wesentlich dazu bei, dass GM im Rennen mit Konkurrenten wie Volkswagen und Toyota bleibt. Von beiden war man bisher davon ausgegangen, dass sie GM in den Jahresverkaufszahlen weltweit schlagen. Doch GM könnte ihren Vorsprung noch einholen."

Die Süddeutsche Zeitung macht bei GM ein "internes Chaos" in der Frage der Opel-Sanierung aus. "Bei GM ist vieles in diesen Tagen eine Frage des Glaubens, nicht des Wissens." Glaube man dem Verwaltungsrat, könne der Konzern die Sanierung auch ohne Staatshilfen stemmen, glaube man dem Vorstand, gehe es nicht ohne Milliarden vom Staat. "So genau weiß man das nicht. Es sind die inneren Widersprüche eines untereinander hochzerstrittenen Managements, die den Takt des Tagesgeschäfts vorgeben." Dieses Chaos werde die Opel-Sanierung erschweren, möglicherweise sogar verhindern, doch die deutsche Politik gebe kein gutes Vorbild ab für den Konzern: Wirtschaftsminister Brüderle lehne Staatshilfen aus Berlin ab und verweise GM auf die Länder, in denen Opel-Fabriken stehen, die Länderchefs wiederum seien empört und verwiesen auf Berlin. "Für die Zehntausenden Opelaner, die seit Monaten bangen und hoffen, ist es längst unerträglich: Sie wissen, dass die Zeit ab - und die Uhr gegen sie läuft." Daran ändere auch nichts die Entscheidung von GM, die Europa-Zentrale von Zürich nach Rüsselsheim zu verlegen. Denn die wirklich große Frage bleibe ungelöst: "Wie GM Opel sanieren will und wer dafür zahlen soll."

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