Presseschau
„Griechenlands Pleite ist unausweichlich“

Die internationale Wirtschaftspresse sieht Griechenlands Staatsbankrott immer näher rücken. Die FTD läutet Berlusconis Götterdämmerung ein. Laut Financial Express braucht die Türkei keine EU mehr. Die Presseschau.
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DüsseldorfDie Ratingagentur S&P hat die Kreditwürdigkeit der Griechen erneut herabgesetzt. Um ganze drei Noten hat S&P die Bonität des Landes auf nunmehr „CCC“ am Montag gesenkt. Die Börsen-Zeitung kritisiert europäische Regierungen und Notenbanker, die die finanzielle Lage Griechenlands nicht beim Namen nennen wollten und stattdessen „verbale Verrenkungen“ unternähmen. „Ohne Umschuldung wird Griechenland auf keinen grünen Zweig kommen“, schreibt die Zeitung. Dies sei nicht nur Ratingagenturen mittlerweile klar. Die faktische Pleite dürfe allerdings nicht als solche benannt werden, sonst müssten die Agenturen dies als Zahlungsausfall werten. Auch am heutigen Treffen der EU-Finanzminister schlage die „Stunde der Semantiker“, spottet das Blatt. Alle Beteiligten versuchten, mit Begriffen wie „weiche“, „freiwillige“ und „rein freiwillige“ Umschuldung für die Einbeziehung der privaten Gläubiger einen Kompromiss zu finden, der ein Weiterwursteln erlaube.

Die „Durchwursteln-Methode“ bei der Bekämpfung der europäischen Schuldenkrise sei gescheitert, befindet der US-Ökonom Nouriel Roubini in der Financial Times und prophezeit eine mögliche Spaltung der Eurozone. Alle bisher erfolgreichen Währungsunionen basierten auf einer politischen und fiskalischen Union. Während die politische Integration der EU ins Stocken geraten sei, würde eine fiskalische Union nicht nur eigene Einnahmen für die EU, sondern auch Euro-Anleihen bedeuten, bei denen deutsche Steuerzahler auch für die Schulden der Peripheriestaaten einstehen würden. „Das würden sie kaum akzeptieren“, meint der Ökonom. Weil die gängigen Methoden wie Deflation, Reformen oder die Abwertung des Euro nicht möglich seien oder keine kurzfristigen Resultate brächten, bleibe für die Krisenstaaten nur der Austritt aus der Eurozone und eine anschließende Abwertung der Währung, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Dies klinge zwar sehr weit hergeholt, könnte aber in fünf Jahren ganz anders aussehen, insbesondere, wenn eine der Randökonomien auch nach einer sicheren Staatspleite stagnieren sollte.

Das Wall Street Journal sieht das Problem Griechenlands in seinem Bankensystem. „Sogar wenn der griechische Default durch eine zweite Rettung abgewendet werden könnte, wäre das Problem noch lange nicht vorbei“, schreibt das Blatt. Die größere mittelfristige Herausforderung sei die Liquidität und die Frage, ob die Banken genug Kapital hätten, um eine Erholung der Wirtschaft zu finanzieren. Über die letzten Jahre seien die Einlagen um 44 Milliarden Euro gesunken, außerdem seien die Banken quasi von den Märkten ausgeschlossen gewesen und hätten allein auf die EZB zählen können. Momentan hätten zwar die Banken noch genügend Geld, jede weitere „Einlagenflucht“ würde jedoch eine Kreditklemme auslösen. Sollte die EZB nicht so großzügig bleiben, werde es dem Land also schwer fallen, sich aus der Krise zu bugsieren.

Das Wirtschaftsmagazin Economist schaut nach Lettland und Island, zu den beiden Staaten, die als erste der Schuldenkrise zum Opfer gefallen seien, und sieht einige Lektionen für die wankenden Euroländer. Die Länder hätten Anleihen zu einem Zinssatz platzieren können, der etwa dem spanischen entspreche. „Die Fakten sprechen sicherlich dafür, dass das Joch einer Einheitswährung für die Erholung eher hinderlich ist“, meint das Blatt. Die isländische Krone habe seit Ausbruch der Krise ihren Wert halbiert. Die Lektion klinge einfach, doch so einfach sei sie dann auch nicht, relativiert der Economist. Zum einen hätten die Länder zwei Jahre mehr Zeit als Griechenland gehabt, zum anderen seien die Bond-Märkte überraschend nachsichtig, obwohl etwa Island noch mit Entschädigungsforderungen Großbritanniens und der Niederlande konfrontiert sei. Schließlich hätten Island und Lettland ihre Anleihen an andere Investoren gerichtet und mehrheitlich Dollar-Papiere ausgegeben.

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  • "...die Regierung wird von links nach rechts und von rechts nach links pendeln, und jeder Pendelschlag wird nur die Verwirrung, die Hilf- und Ratlosigkeit vermehren..."

    Silvio Gesell, 1930

    Es ist irrelevant, was so genannte "Spitzenpolitiker" (oder irgendwelche "Bilderberger") beschließen oder nicht beschließen. Der bevorstehende Zusammenbruch des Zinsgeld-Kreislaufs lässt sich mit finanz- oder machtpolitischen Sandkastenspielchen nicht aufhalten. Seit Herbst 2008 verbleiben genau drei Möglichkeiten:

    Das Ende mit Schrecken (finaler Atomkrieg)
    Der Schrecken ohne Ende (globale Liquiditätsfalle)
    Die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft)

    "Genau drei Möglichkeiten" heißt: eine vierte gibt es nicht. Über die erste Möglichkeit gibt es nichts zu sagen, die zweite ist das Lieblingsthema aller Crash-Phantasten und die dritte ist wahrscheinlich. Der Crash-Phantast, der "zur Sicherheit" noch ein paar Goldklötzchen bunkert, weiß nicht, was es bedeutet, wenn in einer globalisierten Zinsgeld-Ökonomie mit über 6.500.000.000 Menschen der Geldkreislauf - und damit die Arbeitsteilung - mitgekoppelt zusammenbricht. Die Heilige Schrift bezeichnet dieses Ereignis als "Armageddon".

    Für die dritte Möglichkeit muss ein elementarer Erkenntnisprozesses durchlaufen werden, dessen am Ende über die Maßen bewusstseinserweiternde, aber anfangs ebenso Angst einflößende Wirkung vorab erahnen kann, wer die phantastischen Bilder kennt, mit denen Stanley Kubrick im Schlusskapitel von "2001" die Auferstehung des Kulturmenschen dargestellt hat - und bitte bedenken Sie das Vorwort von Arthur C. Clarke:

    "...this is only a work of fiction. The truth, as always, will be far stranger."

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:
    http://www.deweles.de/willkommen.html

  • Geradezu in die Hölle!

  • Wohin führt der Tunnel vom Reichstag ... ... ?

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