Presseschau
„Gut für Schweden, gut für China, gut für Saab“

Die internationale Wirtschaftspresse benennt Vor- und Nachteile eines Teilverkaufs von Saab an Beijing Automotive. Report on Business zeigt, wie erfolgreich ohne Wechselkurssicherung spekuliert werden kann. Der Economist analysiert die Lage auf den irakischen Ölfeldern. Laut Business Times entdeckt Asien den Internethandel. Fundstück: Werden Sie Brauereiinhaber - für fünf Dollar.
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Als großen Schritt im Bemühen Chinas, eine Reihe von international wettbewerbsfähigen Autoherstellern zu etablieren, wertet das Wall Street Journal den möglichen Deal zwischen Saab und der Beijing Automotive Industry Holding (BAIC). "Er würde es BAIC ermöglichen, Saab-Technologie in den eigenen Modellen zu integrieren" - und der Strategie der Chinesen entsprechen, ins Trudeln geratene, ausländische Autobauer zu übernehmen, um ihr Know-How nutzen zu können. Die zweite, andere Strategie sei, die inländischen Autohersteller zu konsolidieren. "Immerhin wurden in China von Januar bis November 50 Prozent mehr Autos verkauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Insgesamt wird für 2009 ein Absatz von 13 Millionen Fahrzeugen erwartet, damit würde Chinas Automarkt den US-amerikanischen überholen." Für GM mache der Deal Sinn: Saab zu verkaufen, würde zur Wiederbelebungsstrategie des Konzerns passen, doch noch sei unklar, auf welche finanziellen Bedingungen sich die Partner geeinigt hätten, ob die 3000 Arbeitsplätze in Schweden in Gefahr seien und ob die Chinesen die Marke "Saab" nutzen dürfen.

Die New York Times findet in ihrem Wirtschaftsblog DealBook Gefallen an einem möglichen Deal zwischen Saab und BAIC: "Ein Pakt zwischen den beiden wäre gut für Schweden, gut für China und gut für Saab", zitiert das Blog einen Saab-Manager. So wäre von dem möglichen Abkommen die neue Luxuslimousine der 9-5-Serie ausgenommen, die für April 2010 angekündigt ist. "Es ist das erste Update von Saab?s absoluter Oberklasse seit 12 Jahren. Das Modell soll mit anderen europäischen Luxuskarossen wie dem Audi A6 oder dem BMW 5er konkurrieren." GM habe 1990 600 Millionen Dollar für die Hälfte an Saab gezahlt und 2000 weitere 125 Millionen draufgelegt. Die Absatzzahlen aber seien eingebrochen, Saab habe unter der Leitung Detroits seine Identität verloren. "Der neue 9-5er ist nun der Versuch, loyale Kunden in Europa und den USA zurückzugewinnen." Die Produktion älterer Saab-Modelle in China stünde der Luxus-Marke in Europa nicht im Weg. "Doch wie immer die Verhandlungen ausgehen: Der lukrative Deal mit BAIC wäre ein Zeichen für Chinas wachsende Macht auf dem globalen Automarkt."

"Ein Deal zwischen BAIC und GM würde beiden Vorteile bringen", kommentiert die Financial Times : "Die chinesischen Autobauer könnten ihre Technologien und ihr Designwissen ausbauen und verfeinern, GM wäre einen Schritt weiter in seinem Bestreben, sich von Saab zu trennen." Der Vertrag mit den Chinesen würde die Aussichten, Saab bis Ende des Jahres verkaufen zu können, verbessern, weil dringend benötigtes Geld in die Kassen der von Verlusten geprägten Automarke fließe und diese von überflüssigen Teilen des Unternehmens befreit würde. Nach dem Ausstieg von Koenigsegg sei nun Spyker Cars aus Dänemark ein heißer Kandidat. Analysten seien nach wie vor skeptisch, ob GM der Verkauf gelinge, im letzten Jahr habe Saab nur noch 10.000 Autos abgesetzt. Dennoch habe Saab etwas zu bieten: "Die Chinesen sind am westlichen Know-How interessiert, und in den USA und Europa ist die Marke Saab noch immer eine Ikone."

In einem Editorial kommentiert die Financial Times außerdem den neuen Trend zu Nationen überspannenden Partnerschaften zwischen den Automobilkonzernen, u. a. zwischen VW und Suzuki oder PSA Peugeot Citroën und Mitsubishi.

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  • Entgegen der behauptung im Artikel "Gut für Schweden, gut für China, gut für Saab" Spyker Cars komme aus Dänemark, ist das Unternehmen in den Niederlanden ansässig.

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