Presseschau
Hewlett-Packard erklärt Oracle den Krieg

Die Internationale Wirtschaftspresse fragt sich, was die Ernennung Léo Apothekers zum neuen CEO von Hewlett-Packard bedeuten soll. Börsen-Zeitung und Financial Times wägen ab, was Irlands Zahlen über seine Zukunftschancen sagen. Fundstück: In gute Hände abzugeben.
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„Der Aufsichtsrat hätte es sich leicht machen können“, meint ein Blogger des Wirtschaftsmagazins Forbes. „Er hätte einen CEO mit bewiesenem Erfolgsregister bei Wachstum oder Innovation zum CEO ernennen können. Jemand von drinnen.“ Aber das habe er nicht getan. Sondern stattdessen den 57-jährigen Léo Apotheker zum neuen CEO und Präsidenten ernannt, der kurz als CEO und viel länger in anderen Top-Führungspositionen bei SAP gedient hat und vergangenes Jahr nach zwei Jahrzehnten unfreiwillig gehen musste. Apotheker habe wenig, das ihn dazu prädestiniere, das gemessen am Gewinn weltgrößte Technologieunternehmen zu führen. Und so stochert der Zeitschriften-Blogger denn auch in Erklärungen. Er habe seine ganze Expertise im Markt für Unternehmer, große Unternehmen. „Er hat keine im mittleren Unternehmenssegment oder – wichtig – im Konsumentenmarkt, wo HP führend bei PCs und Druckern ist.“ Das HP-Board müsse etwas gefunden haben, was es an Apotheker mag. „Er ist ein heller Typ, der viel weiß, klare Ansichten hat, keinen Unsinn verzapft und ein guter Zuhörer ist“, zitiert er MySQL-Gründer Marten Mickos, der Apotheker aus der Zeit kennt, als sein Unternehmen SAP-Partner war. Und der noch viele weitere Eigenschaften besitze, die er brauche, um bei HP Erfolg zu haben. Die Reaktion von Leuten, die Apotheker und SAP kennen, sei kurz gewesen, fügt der Blogger an: „Idiotisch.“ „Erstaunlich.“ Da HP nicht plane, seine Wahl vor Freitagmorgen zu diskutieren, müssten Investoren wohl den Rest des Abends miteinander darüber reden müssen, was das alles zu bedeuten habe.

„Hier ist ein kleiner Fakt über Léo Apotheker, den früheren CEO von SAP, der nun der neue Hewlett-Packard-CEO ist: Er spricht fünf Sprachen“, teilt das zum Verlag des Wall Street Journal gehörende Digital-Internetportal AllThingsDigital mit. Sonst habe Apotheker sich nicht so detailliert über seine Pläne geäußert. Er werde die massive Firma erst einmal bereisen, um eine Idee davon zu bekommen, was der beste Weg sein könne, es voranzubringen, lässt sich die Portal-Bloggerin brav in die Tastatur diktieren. Auch auf gute Verbindungen zu Oracle hoffe er. Apotheker habe noch angefügt, er sei ein globaler Bürger, der zu einem globalen Konzern komme und im Flugzeug zuhause sei. „In Sitz 1D, wenn Sie es genau wissen wollen.“

Kundiger ist da das ebenfalls zum Verlag des Wall Street Journal gehörende Internetportal MarketWatch: Hewlett-Packard habe Oracle nun offiziell den Krieg erklärt. In Léo Apotheker habe sich HP einen CEO erwählt, der als 20-jähriger Veteran der SAP AG, zuletzt als CEO, den Marktführer von Business-Software und Angstgegner von Oracle genau kenne. Natürlich gehe es dem Technologiegiganten nicht nur darum, mit diesem Schritt seine Geschütze gegen Larry & Co. aufzufahren. „Aber das ist sicher eines der Hauptziele im stets konsolidierenden Technikgeschäft.“ Außerdem stelle HP damit öffentlich fest, dass sein künftiges Wachstum im Softwaregeschäft liege und es weiter die Lücke in seiner Produktlinie schließen will, die es von einem One-Stop-Shop für alle unternehmerischen Computerbedürfnisse trenne. Die Ernennung Apothekers sei ebenso überraschend wie die des ehemaligen Präsidenten und Einmal-Konkurrenten des langjährigen Oracle-CEO Larry Ellison, Ray Lane, zum Aufsichtsratsvorsitzenden, hält das Internetportal fest. Lane habe HP neben seiner Softwareexpertise und seinem intimen Wissen über Oracle auch wegen seiner derzeitigen Position als führender Venture Capitalist ausgesucht, da HP weiter nach neuen Unternehmen zum Kaufen suche. In diesem Geschäft halte Nettsein nicht lange vor, resümmiert das Portal.

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