Presseschau
Imagepflege für die Goldman-Finanzfürsten

Die internationale Wirtschaftspresse sieht hinter dem Hilfsprogramm von Goldman Sachs für US-Kleinunternehmen eine kluge Imagekampagne. Vedomosti klagt über die Methoden der russischen Justiz bei Wirtschaftsverbrechen. Fundstück: So schlecht geht es den UBS-Bankern.
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„Die Fürsten der Hochfinanz sind nicht gerade die wahrscheinlichsten Helfer für die Kleinunternehmer“, bemerkt das Wirtschaftsmagazin BusinessWeek überrascht. Trotzdem hätten Goldman Sachs und der Investor Warren Buffett zusammen mit Nonprofit-Organisationen nun ein gemeinnütziges Programm vorgestellt. Eine Kombination aus Schulungen, Netzwerkpflege und Zugang zum Kapital ziele auf die Entstehung von neuen Arbeitsplätzen bei kleinen Unternehmen. „Bei dem Projekt geht es mindestens genauso viel um Imagepflege wie um Hilfe für den Mittelstand“, relativiert das Blatt. Das Unternehmen stehe wegen seiner Bonuszahlungen unter heftiger Kritik. Auch wenn das Unternehmen die staatlichen Gelder bereits zurückgezahlt habe, genieße es nach wie vor staatliche Garantien und habe kräftig von der Rettung des Versicherers AIG profitiert.

Das amerikanische Finanzinstitut Goldman Sachs versuche, sein Image aufzupolieren und lege daher ein 500 Millionen Dollar schweres Hilfsprogramm für kleine Unternehmen in den USA auf, berichtet Bloomberg . „Die Bank ist heftiger Kritik ausgesetzt, weil sie nur ein Jahr nach der steuerfinanzierten Rettungsaktion bereits einen hohen Milliardenbetrag für Bonuszahlungen zur Seite legt“, erinnert der Wirtschaftsdienst. Goldman Sachs versuche, sein Image des „gierigen Gesichtes der Finanzbranche“, das mit seiner Risikobereitschaft die Finanzkrise befeuert habe, zu zerstreuen. Anders als seine Wettbewerber, die Eigenheimkredite und Mittelstandsfinanzierung anböten, habe Goldman Sachs 90 Prozent seiner Vorsteuergewinne in diesem Jahr durch Wertpapierhandel erzielt. Die Initiative habe das Ziel, rund 10.000 amerikanische Firmen etwa durch Beratung oder Finanzierung zu unterstützen.

Die Financial Times sieht die amerikanischen Kleinunternehmer auf dem Abstellgleis und empfiehlt den Volkswirten, einen genaueren Blick darauf zu werfen. „Während die gesamte Wirtschaft der USA sich wieder erholt, geht es vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen eher schlechter“, kommentiert das Blatt. Ausbleibende Kunden und fallende Preise machten den Unternehmen besonders zu schaffen. „Der Sektor schrumpft weiterhin, mit wenig Investitionen und kaum neuen Einstellungen“. Darüber hinaus könnten die Unternehmen in einen Teufelskreislauf geraten. „Die kleinen Firmen sind wichtig für die Nachfrage nach Gewerbeflächen. Steigender Leerstand setzt besonders die regionalen Banken weiter unter Druck. Die Banken werden dadurch noch vorsichtiger bei der Kreditvergabe, was die Wachstumsaussichten dämpft“, erklärt die Zeitung. Die Kleinen seien das neue große Problem.

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