Presseschau: Irans Bombe lässt sich nicht wegbomben

Presseschau
Irans Bombe lässt sich nicht wegbomben

Die internationale Presse blickt auf die (drohenden) Kriege im  Nahen Osten. EU-Diplomaten sprechen von einer „dramatischen Lage“. Soviel scheint klar: Es muss etwas geschehen - nicht nur in Syrien, auch im Iran.
  • 13

WiesbadenAuch wenn die Entwicklung der vergangenen Tage darauf hindeute: „Ein direktes militärisches Eingreifen des Westens in Syrien wäre zum jetzigen Zeitpunkt problematisch“, ist die Financial Times Deutschland überzeugt. Zwar dächten Assad und sein brutales Regime nicht ans Aufgaben, seien tausende Syrer und am Mittwoch zwei ausländische Journalisten gestorben. Doch ein militärisches Eingreifen würde den Konflikt auf ganz Syrien ausweiten und Racheaktionen Assads gegenüber Israel auslösen, ist die FTD überzeugt.

Auch die Verweigerungshaltung Russlands und Chinas sei für eine Staatenallianz problematisch. Daher sollten zunächst alle verbleibenden Druckmittel genutzt werden: Sanktionen verschärfen, Botschafter aus Damaskus abziehen, die Opposition klar und unmissverständlich unterstützen. Die Rebellen zu bewaffnen – bislang sei dies umstritten –, sei dabei das kleinere Übel gegenüber einer Militärintervention mit noch mehr Toten.

Es sei Zeit, dass der Westen der syrischen Opposition helfe, Bashar Al-Assads Regime zu beseitigen und das syrische Volk vor weiterem Schlachten zu bewahren, ist auch der Gastkommentator der britischen Financial Times überzeugt, ein ehemaliger CIA-Direktor für politische Islamstrategie. Natürlich sei Stabilität in Syrien für den Westen wichtig, gerade inmitten hitziger Rhetorik zwischen Iran und Israel – darauf spekuliere auch Syrien. Doch je länger das syrische Regime sich halte, desto blutiger werde sein Ende.

Schon jetzt befinde sich Syrien im Bürgerkrieg und die Gelegenheit für eine friedliche Lösung sei längst verstrichen. Die Zahl der Vorfälle werde den Westen zum Handeln zwingen. „Er sollte es lieber jetzt tun, als warten“, ist die FT überzeugt. „Die Hilfe sollte damit beginnen, eine Schutzzone für die Opposition und desertierende Militärs einzurichten“, schlägt der FT-Gastkommentator vor, ähnlich wie im Nordirak 1991. Nahrung, Wasser, Kleidung, Medikamente und technische Ausrüstung sollten dort abgeworfen werden. Verletzten die syrischen Truppen die Schutzzone sollte der Westen die Opposition bewaffnen und mit ihr effektive militärische Verteidigungsstrategien ausarbeiten. 

Bevor die Opposition bewaffnet werden könne, müsse sie erst vereinigt werden, gibt das zur Washington Post-Gruppe gehörende Onlinemagazin Foreign Politics zu bedenken. Die bleibe nämlich auch elf Monate nach Beginn der Aufstände gespalten und stärke so das Regime Bashar Al-Assads. Bei all den bislang gescheiterten Versuchen, die Opposition zu vereinigen, sei es an der Zeit, Hilfe von außen zu erwägen.

Die „Freunde Syriens“-Gruppe die am Freitag in Tunis tage, biete die beste Plattform für eine arabisch geführte Mediationsinitiative zur Bildung einer neuen Koalition verschiedener syrischer Oppositionsgruppen, die dann als legitime Repräsentanten des syrischen Volkes anerkannt werde und materielle und finanzielle Hilfe zu leisten, ist das Onlinemagazin überzeugt.

Kommentare zu " Presseschau: Irans Bombe lässt sich nicht wegbomben"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • http://www.youtube.com/watch?v=Ybb7SCWLcQ8&feature=related

    VORSICHT 3. WELTKRIEG !!!!!!!

  • Das Völkerrecht, die Charta der Vereinten Nationen, die Satzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und manche internationalen Resolutionen verbieten ausdrücklich jede Drohung gegen friedliche Nuklearaktivitäten. Resolution 533 der 33. Generalkonferenz der IAEA vom Oktober 1990 betont unter anderem folgende Punkte:

    Jeder bewaffnete Angriff auf Nuklearanlagen, die friedlichen Zwecken dienen oder im Bau befindlich sind, ist verboten.
    Jeder bewaffnete Angriff auf und jede Drohung gegen friedlichen Zwecken dienende Nuklearaktivitäten stellen eine Verletzung der UN-Charta, des Völkerrechts und der Satzung der Internationalen Atomenergiebehörde dar.
    Ein bewaffneter Angriff auf Nuklearanlagen kann zum Austritt von radioaktivem Material führen und innerhalb und außerhalb der Grenzen des angegriffenen Landes schwerwiegende Folgen haben.
    Ein Angriff oder die Androhung eines Angriffs auf friedliche Nuklearaktivitäten wird die weitere Entwicklung der Nuklearenergie gefährden.
    Ein bewaffneter Angriff oder die Androhung eines bewaffneten Angriffs auf eine in Betrieb oder sich im Bau befindliche, geschützte Nuklearanlage schafft eine Situation, gegen die der Sicherheitsrat aufgrund der Bestimmungen der UN-Charta umgehend Maßnahmen einleiten muss.
    Alle Länder sind aufgefordert, nach dem Völkerrecht einem Land, auf dessen friedliche, geschützte Nuklearanlagen ein bewaffneter Angriff unternommen wird, sofort zu helfen, wenn das Land darum bittet.
    Alle Mitgliedstaaten sind aufgefordert, entsprechend der UN-Charta zu den Entscheidungen des Sicherheitsrates hinsichtlich eines angegriffenen Lands Stellung zu nehmen.

    Quelle:http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Iran/voelkerrecht2.html

  • dein Kmmmentar ist beleidigend. Und ich lehne Krieg generell ab. Und wie gesagt: krieg aufgrund von vermutungen hatten wir schon mal...(Irak 2003)
    Und Nun? Chaos im Irak...Anschläge, Machtkämpfe...nix mit Massenvernichtungswaffen!Und keine Atomraketen, die Europa innerhalb einer 3/4h hätten treffen können.
    Außerdem wäre dann Irak auch weg gewesen (nukl. Gegenschlag von Frankreich GB oder Russland)
    Wenn Irak die Bombe gehabt hätte, wären die nie angegriffen worden so siehts aus.

    Wollt ihr ernsthaft krieg mit Iran? Mit allen konsequenzen? Auch wenn der eskaliert? Was, wenn Russland und China ihre Interessen da mit verteidigen wollen und sich einklinken? Das kann sehr böse ausgehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%