Presseschau
Der verdeckte Lobby-Krieg im Internet

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Kein Geld für den IWF

Die Börsen-Zeitung kritisiert die Forderung des Internationalen Währungsfonds nach zusätzlichem Geld – zwischen 500 und 1000 Milliarden Euro. Natürlich gebe es eine Reihe von Problemen, etwa die drohende Rezession und Überschuldung vieler Staaten weltweit und besonders in der Eurozone. Doch erstens helfe es nicht, wenn der IWF ständig neue Horrorszenarien an die Wand zeichne – dies schaffe erst Angst und Misstrauen. Zweites empfiehlt das Blatt darüber nachzudenken, ob nicht jedes Land selber in der Verantwortung stehe, seine Probleme zu lösen. „Der zentralistische Ansatz, die globale Schuldenkrise durch immer neue Mittel für eine Weltinstitution zu lösen, weist jedenfalls in die falsche Richtung“, meint das Blatt.

Die Financial Times Deutschland applaudiert dem IWF-Plan, schließlich sei es in der angespannten Krisenlage sinnvoll, keine Zeit durch zähe Verhandlungen zu verlieren. Allerdings hätten Schwellenländer keine Anreize, dem IWF Mittel zur Verfügung zu stellen. Ein solcher Anreiz könne etwa die von den Entwicklungsländern lange geforderte Anpassung der Stimmverteilung sein, die ihr tatsächliches Gewicht in der Organisation besser widerspiegeln würde. „Wenn der Fonds nun noch mehr Geld von Ländern wie Brasilien, China oder den Ölstaaten will, sollte er ihnen auch mehr Mitsprache einräumen“, empfiehlt die FTD. Stattdessen verlasse sich der IWF auf die Angst der Länder vor einer Weltwirtschaftskrise.

Raue Zeiten für Hedge-Fonds

Amerikanische Strafverfolgungsbehörden versuchten durch Einschüchterung Hedge-Fonds zum „guten Benehmen“ zu zwingen, schreibt der Economist. Am Montag habe die US-Börsenaufsichtsbehörde sieben Hedge-Fonds-Manager und Analysten wegen Insider-Handels angeklagt. Insider bei den Unternehmen Dell und Nvidia hätten den beiden Fonds Diamondback Capital und Level Global mit ihren Informationen einen zusätzlichen Gewinn von 78 Millionen Dollar beschert. Seit vier Jahren habe die amerikanische Regierung bereits ein Auge auf Hedge-Fonds und den dazugehörigen Informationsaustausch gelegt. Bisher seien etwa 60 Personen verhaftet worden. Im Oktober 2011 sei der Milliardär und Hedge-Fonds-Manager Raj Rajaratnam zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Weitere Verhaftungen und Verurteilungen dürften die Manager künftig noch hellhöriger machen.


USA entdecken die Gerechtigkeit

Die Süddeutsche Zeitung analysiert den amerikanischen Wahlkampf und stellt fest, dass das eigentlich unamerikanische Thema Gerechtigkeit inzwischen zu den wichtigsten gehöre. „Wie also wird der Wohlstand gerecht verteilt, wer trägt die Lasten?“, das alles seien Fragen, die plötzlich gestellt würden. Untersuchungen hätten eine breite Zustimmung für die Occupy-Bewegung gezeigt. Futter lieferten zudem die Republikaner, weil die „zornige Rechte“ ihre Wut auf den Kandidaten Mitt Romney bündele. Der verdiene sein Geld mit Kapitalanlagen und zahle nur 15 Prozent Steuern, während er als Fabrikbesitzer ganze 38 Prozent zahlen müsste. Zudem sei in den Krisenjahren die Kluft zwischen arm und reich größer geworden. Fazit: Das amerikanischer Versprechen, dass es jeder schaffen könne, gelte nicht mehr.


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