Presseschau: Ohne Deal droht Europa die Pleite

Presseschau
Ohne Deal droht Europa die Pleite

Die Wirtschaftspresse blickt auf die schweren Aufgaben, die vor Europa liegen, kommentiert die deutsch-französische Rochade an der EADS-Spitze und empfiehlt Facebook-Nutzern, das Kleingedruckte zu lesen. Die Presseschau.
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WiesbadenGriechenland stehe auf der Euro-Bühne wieder mitten im Zentrum, stellt der britische Economist fest. Der Grund: Eine Schlacht zwischen der griechischen Regierung sowie den Rettern aus Europa und IWF – über die Bedingungen der „freiwilligen“ Reduzierung der privaten Schulden. Das Loch sei größer als erwartet, aber Deutschland und andere Retter wollten nicht mehr Geld anbieten. „Nicht zuletzt, weil griechische Politiker so viele Reformversprechen gebrochen hätten. Doch ohne Deal am 20. März werde Griechenland in die chaotische Pleite gedrängt, fürchtet das Blatt.

Schritt eins aus dem Dilemma ist laut Magazin, dass private Anleihengläubiger größere Verluste in Kauf nähmen. „Bisher müssen sie mit Samthandschuhen angefasst werden, weil die europäischen Regierungen darauf bestehen, der Deal müsse freiwillig sein“, ärgert sich das Blatt. Das müsse sich ändern. Dann könne Griechenland härter verhandeln und es bleibe immer noch Zeit, den Ausfall geordnet abzuwickeln, ist das Wirtschaftsmagazin überzeugt.

Doch das werde nicht reichen. Auch Anleihen öffentlicher Gläubiger wie der EZB müssten reduziert werden. Ein Austritt Griechenlands aus dem Euro komme nicht in Frage – die Kosten überwögen den Nutzen, für Griechenland und die Eurozone. Anders, wenn Griechenland auf Kurs bleibe. „Die Kosten eines griechischen Austritts für andere sinken.“

Nach acht Monaten und nach wie vor harter Arbeit vor sich, habe Portugal seine Chance zur Sanierung ergriffen, hält ein portugiesischer Staatssekretär in einem Gastkommentar im Wall Street Online fest. Mit Blick auf eine größere globale Krise und zittrige Märkte sei es schwierig, die relevanten Informationen rüberzubringen, was für die Wachstumsförderung getan worden sei.

Von entscheidender Bedeutung seien die Arbeitsmarktreformen, die Regierung und Sozialpartner vergangene Woche auf den Weg gebracht hätten. „Ein wichtiger Meilenstein für das Land“, freut sich der Gastkommentator. „Wir haben Glück, einen starken sozialen und politischen Konsens über den Imperativ der Haushaltsdisziplin im Land und die Notwendigkeit des Wandels zu haben.“

Kommentare zu " Presseschau: Ohne Deal droht Europa die Pleite"

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  • Dann soll der famose Cameron und seine Regierung den Griechen Geld leihen. Wir haben eh keine Ahnung, also soll er das machen.

  • "Das Motto „Committed to improve the state of the World“ sei längst eine Beschönigung glasklarer Interessenspolitik."

    Nur schade, dass unsere Schönwetterpolitiker in Berlin, dass erst jetzt merken. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an die Sozis mit Chefökonom Steinbrück, der unverantwortlich am liebsten von Anfang an allen alles garantiert hätte und das wohl heute immer noch für eine gute Idee hält.

  • Zitat Economist: "Schritt eins ..- ist, dass private Anleihengläubiger größere Verluste in Kauf nähmen. „Bisher müssen sie mit Samthandschuhen angefasst werden ...der Deal müsse freiwillig sein (ärgert sich das Blatt). Das müsse sich ändern. Dann könne Griechenland härter verhandeln und es bleibe immer noch Zeit, den Ausfall geordnet abzuwickeln, ist das Wirtschaftsmagazin überzeugt".

    Von den Briten hört manch Sonderbares. Davon hebt sich der Beitrag des Economist wohltuend ab. Dessen Lösungsempfehlung teile ich gern. Die Insolvenz bietet die Chance zum Neuanfang. Im Zuge der Insolvenz würde sich auch erweisen, wer Hilfe zur Abwendung von Sekundärwirkungen tatsächlich benötigt und wer als Trittbrettfahrer solche ebenfalls vereinnahmen will. Stigmatisiert wird Griechenland m.E. nicht, denn auf diesen Absatzmarkt kann und muss niemand verzichten. So sollte Griechenland hart verhandeln - auch im Interesse der europäischen Steuerzahler. Zugleich sollte es aber auch bereit sein, alles in die Masse einzubringen, was für die wirtschaftliche Revitalisierung verzichtbar ist.

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