Presseschau: Schwere Zeiten für Anshu Jain und Facebook

Presseschau
Schwere Zeiten für Anshu Jain und Facebook

Die Wirtschaftspresse begrüßt das Ende der Ackermann-Ära, zweifelt jedoch, ob Anshu Jain der Richtige für die Deutschen-Bank-Spitze ist. Außerdem in der Presseschau: Warum Facebooks gute Jahren schon vorbei sein könnten.
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WiesbadenDer neue Chef der Deutschen Bank Anshu Jain könnte sich schon bald als die falsche Besetzung erweisen, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Tatsächlich seien die Hürden für den Banker, der in Indien, den USA und London groß geworden sei, sehr hoch. Er übernehme den Posten des Vorstandsvorsitzenden in einer wirtschaftspolitisch extrem schwierigen Zeit. Sein größtes Problem seien jedoch die Altlasten, die das von ihm geleitete Investmentbanking angehäuft habe.

„Seine Manager haben eine tiefe Spur gezogen, eine Furche, die bei Anklagen und Prozessen noch sehr auffallen dürfte, etwa in den USA“, schreibt die SZ. Einst habe er die giftigen Papiere, die zum Ausbruch der Finanzkrise geführt hätten, gepriesen. Inzwischen seien die Erträge zertrümmert. Es sei unklar, wie schnell Jain umschalten könne, von der angelsächsischen Finanzkultur auf Reparaturmaßnahmen eines fehlgeleiteten Systems.

Die neue Doppelspitze aus Jain und Jürgen Fitschen dürfte für eine ausgewogenere Machtverteilung und mehr Teamgeist an der Führungsspitze sorgen, meint die Wirtschaftswoche. Dies sei zu begrüßen, schließlich habe sich die ständige Inszenierung von Josef Ackermann als Steuermann und Alleinherrscher überlebt und sei lediglich dem persönlichen Image Ackermanns dienlich gewesen. Hinter der Fassade „begann Deutschlands wichtigste Bank zu bröckeln“.

Mit einem enttäuschenden Konzernergebnis sei Ackermann der fulminante Abschied verwehrt geblieben. Sein hohes Renditeziel von 25 Prozent habe auch zu Geschäftspraktiken geführt, die das Ansehen des Instituts schwer beschädigt hätten. Fitschen und Jain müssten dringend das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen. Schließlich wolle sich die Bank vom Investmentbanking immer weiter verabschieden und sich auf das klassische Bankengeschäft konzentrieren. Der Grundstein für diese Strategie sei bereits mit der Übernahme der Postbank gelegt worden.
Der scheidende Chef der Deutschen Bank Josef Ackermann könne sich entspannt verabschieden, ohne noch einmal Eigenkapital aufnehmen zu müssen, schreibt dagegen das Wall Street Journal. Das Kernkapital habe zum Jahresende 9,5 Prozent betragen, mehr als der Mindestwert von 9 Prozent, um die Stresstests bestehen zu können. „Die Frage ist doch, ob seine Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen auch so viel Glück haben werden“, meint das Blatt. Denn nach den neuen Basel III-Regeln werde das Kernkapital zum Jahresanfang 2013 auf 8,5 Prozent sinken. Dies sei deutlich weniger als bei anderen Banken, die etwa einen Anteil von zehn Prozent anpeilten.

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  • ich weis nicht; ist das so traumhaft? stundenlang vor dem Rechenknecht zu sitzen und sich mit den Freunden und Bekannten aus der näheren Umgebung zu beplappern? Da geht man doch lieber raus; unter die Leute ... Sonne, Wind, Regen, Sonnenbrand...meine Herrn ist die Gesellschaft bekloppt.
    Und wer berechnet den Unternehmenswert von Facebook? Die Beantwortung dieser Frage dürfte alles sagen. Soviel zur realitischen Bewertung. Gute Nacht.

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