Presseschau
Sorgen um Hollande und Holland

Die Niederlage von Nicolas Sarkozy sorgt für Aufruhr an den Märkten - die Wahl Hollandes wäre ein „Rückschlag“ für Europa. Die Niederlande halten ihre Bestnote, Standard und Poor's wird der Preisabsprache bezichtigt.
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Neben der gescheiterten Regierung in den Niederlanden sorgt vor allem die Präsidentschaftswahl in Frankreich für ein Déjà vu mit wackeligen Märkten und für neue Popularität von Bundesanleihen. Amtsinhaber Nicolas Sarkozy musste sich in der ersten Wahlrunde seinem Konkurrenten François Hollande geschlagen geben. Wenn die Wiederwahl Sarkozys fraglich bleibe, stehe damit auch die Fortsetzung der mit Deutschland geführten Euro-Krisen-Politik auf dem Spiel, findet das Handelsblatt. Hollande deutete schon im Wahlkampf an, den Europäischen Fiskalpakt nachverhandeln zu wollen.

Sarkozy habe sich das alles selber eingebrockt, meint die Financial Times Deutschland, durch seine teils verfehlte Wirtschaftspolitik und die zuletzt ziemlich rechtslastige Rhetorik. Vielleicht sei Herausforderer Hollande ja sogar verlässlicher?

Die Financial Times fürchtet, der „politische Rückschlag“ gegen die Sparprogramme werde nun jedenfalls die Kämpfe um eine wirtschaftliche Strategie für die Eurozone in eine neue Runde schicken und der Spiegel mutmaßt, dass Deutschland nun ein wichtiger Verbündeter für die Durchsetzung einer strafferen Haushaltsdisziplin abhandenkommen könnte.

Die BusinessWeek geht noch einen Schritt weiter und sieht in der französischen Vorwahl sogar eine offene Herausforderung an Angela Merkel und ihr Rezept von den Budgetkürzungen. An allen Ecken und Enden formiere sich der Widerstand gegen das Sparprogramm, nicht nur in Griechenland und Frankreich.

Dabei sei doch gar nicht klar, was die ökonomische Alternative sei, wundert sich die New York Times, das Sparmandat zu Gunsten höherer Staatsausgaben über Bord zu werfen, würde ja auch nicht automatisch höheres Wirtschaftswachstum garantieren.

Die NZZ sieht Licht am Ende des Tunnels: Die Sparbemühungen im Euro-Raum zeigten Wirkung, das durchschnittliche Budgetdefizit in den 17 Euro-Ländern sei 2011 gesunken. Der Schuldenberg jedoch wachse weiter und besonders die Zahlen aus Irland seien zweifelhaft.

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