Presseschau
Trauer um Kims absurde Stabilität

Die internationale Wirtschaftspresse rätselt nach dem Tod Kim Jong Ils um die Zukunft Nordkoreas. Vor allem die Unerfahrenheit des Nachfolgers bereitet Sorgen. Ein Zusammenbruch des Regimes hätte verheerende Folgen.
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Auch wenn der Diktator Kim Jong Il alles andere als gut für Korea gewesen sei, bedeute sein Tod nicht unbedingt eine gute Nachricht, kommentiert das Wall Street Journal. Angenommen, der neue Herrscher Kim Jong Un wolle den Status Quo aufrechterhalten, könnte ihm seine Unerfahrenheit dabei zum Verhängnis werden, und zu katastrophalen außenpolitischen Fehltritten führen. Ein Zusammenbruch des Regimes wäre noch schlimmer. Zum einen wäre der unkontrollierte Flüchtlingsstrom nach China, Südkorea und Japan mit erheblichen Kosten verbunden, zum anderen könnte das Gerangel zwischen China und den USA um das nukleare Material des Landes globale Konsequenzen nach sich ziehen. Es sei jedoch auch ein positives Szenario denkbar, wenn der junge, im Ausland ausgebildete Kim Jong Un wirtschaftliche Reformen einleite und so steigenden Wohlstand als Basis für politische Stabilität wähle. Mit den bisherigen Erfahrungen scheine jedoch die negative Variante wahrscheinlicher, was einen Schatten über die gesamte Region werfe, welche ein Motor des Wachstums für die ganze Welt sei.

Die britische Zeitung Guardian glaubt, dass die Trauer der nordkoreanischen Bevölkerung entgegen der Meinung der meisten westlichen Kommentatoren zumindest teilweise echt sei. Ähnliches habe sich auch in China nach dem Tod des Gewaltherrschers Mao Zedong abgespielt. Bis heute sei dieser nicht als Gründervater des Regimes entthront worden. Die Frage sei allerdings, ob Nordkorea nun auch den chinesischen Weg der wirtschaftlichen Reformen gehen werde. Chinas Erfahrung zeige, dass diese Reformen die autoritäre Herrschaft nicht unbedingt antasten müssen. Bisher habe Pjöngjang jedoch wenig Interesse an dem chinesischen Modell gezeigt. Ohne radikale Reformen werde das Land jedoch nur noch weiter hinter seine Nachbarn zurückfallen und isoliert und paranoid bleiben. 

Die New York Times dagegen ist sich sicher, dass das Regime in Nordkorea zu Ende gehen werde und der Zerfall nur einer Frage der Zeit sei. Von der Reaktion der USA werde zudem abhängen, ob sich die Region in Richtung Stabilität oder Konflikt entwickele. Kims Tod hätte für das Regime kaum zu einer ungünstigeren Zeit kommen können. Wirtschaftlich am Boden, ausgehungert und politisch isoliert habe sich das „Dunkle Reich“  erst inmitten der Vorbereitungen der Machtübergabe an den unerfahrenen Kim Jong Un befunden.  Der Nachfolger sei umgeben von Greisen, die kaum gesünder seien als sein Vater, und von einem Militär, dem seine Beförderung zum General ohne einen Tag im Dienst aufgestoßen sei. „So ein System kann einfach nicht halten“, meint das Blatt. In dieser Situation werde China aller Wahrscheinlichkeit nach das Land als eine Art neue Provinz unter seine Fittiche nehmen müssen.

Die Süddeutsche Zeitung erklärt den Kampf um Einfluss in Nordkorea nach dem Tod Kim Jong Ils für eröffnet. Zwar sei die nordkoreanische Elite, die keineswegs homogen wirke, gegen die Fortsetzung der Kim-Dynastie. Mehr noch als die Familie fürchte sie jedoch eigenen Machtverlust und werde daher den Nachfolger Kim Jong Un vorerst akzeptieren. Er stehe für eine „fragile Fortführung“ des Status quo. Kim Jong Il  sei es bei seinem Amtsantritt 1994 gelungen, diesen Status zu zementieren, indem er seinen Vater zum ewigen Staatsoberhaupt erklärt habe. Doch das Land sei heute nicht mehr das gleiche. Die Infrastruktur sei kollabiert, die Grenzen seien durchlässig geworden und die Zerstörung der Gesellschaft schreite voran. „Die prekäre Stabilität könnte jederzeit brechen, das würde die Kim-Familie wegspülen und Nordkorea in ein Chaos stürzen“, schreibt das Blatt. Deshalb dürften Peking und Washington insgeheim der „absurden Stabilität“ nachtrauern, für die Kim Jond Il gestanden habe.

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Die FT über den gescheiterten Deal der Telekom

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  • Alle reden von der Wiedervereinigung Koreas.Wir nicht.

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