Presseschau
Kulturkampf um den Kirchenfürsten

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Twist und Roll-over aus dem Konjunkturloch

„Die Fed hatte keine Wahl, sie musste handeln“, kommentiert La Tribune aus Frankreich die Entscheidung der US-Notenbank, mit einer Konjunkturspritze die lahmende US-Wirtschaft zu unterstützen – gegen den Vorbehalt dreier Notenbanker. „Der nach wie vor schwächelnde Immobilienmarkt, die nach wie vor hohe Arbeitslosenquote, die geringen Aussichten auf die Schaffung neuer Jobs, neue inflatorische Zwänge – sie haben die einflussreichste Notenbank der Welt gezwungen zu agieren.“ Denn trotz des niedrigen Leitzinssatzes und der quantitativen Lockerungen habe die US-Wirtschaft weiterhin gelahmt. „Zwei Instrumente blieben der Fed noch. Dazu zählt der Twist – der Tausch langfristiger gegen kurzfristiger Staatsanleihen, um Investitionen den Weg zu bahnen –, und das Roll-over – der Erwerb von Staatsanleihen als Ersatz für Immobilienpapiere.“ 


Europäischer Gerichtshof enttäuscht Yukos-Aktionäre

Die russischen Menschenrechtler seien enttäuscht vom Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, nach dem der Prozess gegen den zerschlagenen Ölkonzern Yukos nicht politisch motiviert gewesen sei, schreibt die Zeitung Moskovskij Komsomolets. Zwar seien Privateigentumsrechte verletzt worden, jedoch nicht im Rahmen einer politische Kampagne, wie Anhänger des ehemaligen Yukos-Chefs Michail Chodorkowski meinten. Ähnlich habe das Gericht bereits im Frühjahr geurteilt, als es den Prozess gegen den inhaftierten Ex-Milliardär nicht als politisch motiviert bezeichnete, Russland jedoch wegen Prozessfehlern zu 25.000 Euro Strafe verurteilte. Die ehemaligen Yukos-Aktionäre verklagten Russland diesmal auf einen Schadensersatz von 98 Milliarden Dollar. Der Gerichtshof für Menschenrechte habe jedoch zur außergerichtlichen Einigung aufgerufen. „Die Justiz erinnert in dem Fall an einen Erzieher aus dem Kindergarten, der von den endlosen Beschwerden der Kinder genervt ist und ihnen vorschlägt, sich selbst zu einigen“, kommentiert das Blatt.

Besteuerung nach Marx’ Prinzipien

Karl Marx habe gefordert: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“, zitiert die indische Economic Times. Marx sei zwar „aus der Mode“ gekommen, doch bilde sein Motto die Grundlage für die Steuersysteme weltweit. Die seien theoretisch so konzipiert, dass die höheren Einkommensschichten mehr an Steuern zahlten als die niedrigeren. Doch in der Praxis zahlten die Wohlhabenden oft einen viel geringeren Steuersatz. Der Grund: Bei ihnen werde nicht das Gehalt, sondern die Kapitalerträge aus Investitionen besteuert. Inzwischen wollten Superreiche jedoch freiwillig mehr Steuern zahlen, was bei den politischen Entscheidungsträgern in den USA, Frankreich, Italien und Spanien auf offene Ohren stoße. Tatsächlich sei die Erhöhung der Steuersätze keine Lösung. Stattdessen müsse jeder nach dem Marxschen Prinzip besteuert werden, nach dem generell kein Unterschied mehr bei der Art der Einkommensquellen gemacht werden dürfe.

Kommentare zu " Presseschau: Kulturkampf um den Kirchenfürsten"

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  • Diese Stimmung gegen den Papst von Seiten der Medien ist unerträglich !!

    Warum sollte der Papst nicht genauso freundlich empfangen werden wie beim letzten Besuch in Deutschland ?

    Warum wird diese Anti-Stimmung so forciert von den Medien ?

    Diese Manilulation / Propaganda haben sich einige Chef-Redakteure ausgedacht, die deutsche Bevölkerung wiederspiegelt das jedenfalls nicht.

    Wahrscheinlich sollen wieder die Moslems in Deutschland damit beruhigt werden, oder was ?

    WILLKOMMEN PAPST !!

  • Kulturkampf? Seit wann hben Grüne und Linke (Atheisten) denn eine Kultur? Toleranz und Gastfreundschaft fehlen ebenfalls in ihrem Vokabular.

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