Presseschau vom 10.9.2007
Pfeifen im Wirtschafts-Wald

Die Wirtschaftspresse sorgt sich um die US-Ökonomie und grübelt über die anstehende Leitzinsentscheidung der Fed. Der Economist berichtet vom Kriegsschauplatz HD DVD gegen Blue-ray. Fortune ist über internetaffine Chinesen erstaunt und die Harald Tribune untersucht die Fortschritte bei der Sanierung von Dell. Das Fundstück beschäftigt sich damit, wie Börsenberichterstatter Angst mit Absurdität überspielen.

US-Wirtschaft

Sechseinhalb Handelstage vor der entscheidenden Sitzung der US-Notenbank Fed und ihrer Leitzins-Entscheidung beschreibt » Forbes das Klima der Angst an der Wall Street. Nachdem die US-Regierung am Freitag schlechte Arbeitsmarktdaten veröffentlicht hat – zum ersten Mal seit vier Jahren sank die Zahl der Jobs –, seien die Börsianer nervöser denn je. Selbst die erwartete Senkung des Leitzinses um einen viertel Prozentpunkt, so die düstere Vorahnung, könnte nicht ausreichen, um eine Rezession abzuwenden. Der von der Regierung vorgelegte Report werde von Analysten als Beleg eingestuft, dass sich die Probleme auf dem Immobilienmarkt tatsächlich auf die gesamte Wirtschaft niedergeschlagen haben.

Kaum ist die eine Blase auf dem Finanzmarkt geplatzt, sieht die » New York Times eine neue am Horizont. In einem offenen Brief an den US-Finanzminister Henry Paulson schreibt das Blatt: „Das dringliche Problem ist das der Liquidität, die Kombination von Zuversicht plus Cash, die die Geschäfte antreibt. Sie trocknet aus, da die Kreditgeber befürchten, dass der typische Kreditkunde von heute das Opfer von morgen sein könnte.“ Die begehrtesten Liquiditätsquellen seien die Trillionen von Dollar im Besitz von fremden Regierungen. In der Phase, in der die Wall Street Liquidität benötige, wollten die ausländischen Staaten private Assets in den USA wie Banken, High-Tech-Firmen und Pipelines übernehmen. Umso wichtiger seien jetzt staatliche Vorkehrungen, um zu verhindern, dass sich jene Investoren auch politischen Einfluss in den USA einkauften.

Die » Financial Times Deutschland hat Stimmen zur kritischen Situation der US-Wirtschaft eingesammelt. „Wir sind im Niemandsland: Der Markt muss die Arbeitsmarktzahlen verdauen und hat noch keine Sicherheit, wie die Fed reagieren wird. Dadurch entsteht Unsicherheit, die uns über die nächsten Tage begleiten wird“, zitiert das Blatt Jason Trennert, Investmentstratege bei Strategas. In den kommenden Tagen drohten Tiefstände. „Andererseits hält die Fed den Schlüssel, den Markt wieder auf Aufwärtskurs zu setzen“, erklärt Todd Salamone von Schaeffer's Research gegenüber der FTD. „Was die Marktteilnehmer ängstigt, ist das Gefühl, dass die Fed auf die Entwicklung reagiert statt vorzubeugen.“

DVD-Streit

Im Anschluss an die Ifa beschreibt der » Economist den Kampf von Technologieunternehmen um die beiden rivalisierenden DVD-Formate HD DVD (Toshiba) und Blue-ray (Sony). Zwar seien Streitereien um Standards nicht neu – in den 80er-Jahren habe es eine scharfe Auseinandersetzung zwischen den Befürwortern von VHS und Betamax gegeben. Nie sei der Streit jedoch mit so viel Geld ausgefochten worden. Nachdem Blue-ray lange Zeit wie der Gewinner ausgesehen habe, hätten Paramount Pictures und DreamWorks Animation am 20. August angekündigt, Filme künftig exklusiv auf HD DVD zu veröffentlichen. Im Blue-ray-Lager habe man kritisiert, dass Toshiba Paramount mit 150 Millionen Dollar zum Überlaufen animiert habe. Der Economist bleibt dennoch skeptisch, ob damit das Spiel gelaufen ist. „Die Zuwächse von Video-on-Demand- und Download-Angeboten könnten dazu führen, dass keiner der Standards eine kritische Masse erreicht.“

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