Presseschau vom 11.9.2007
Attacke des Aktivisten

US-Investors Eric Knight greift Europas größte Bank HSBC an, eine mächtige Allianz mischt laut Le Monde den französische Musikdownload-Markt auf und die Times sieht die RBS-Gruppe im Übernahmekampf um ABN Amro gegenüber Barclays im Vorteil. Das niederländische Financieele Dagblad sieht einen Philosophen an der Spitze der IG Metall. Das Fundstück: Forbes fürchtet, dass Maschinen zu Psychopathen werden.

Da der New Yorker Finanzier Eric Knight weniger als ein Prozent an der HSBC halte, müsse er eine große Überredungskunst an den Tag legen, um eine signifikante Anzahl an Aktionären hinter sich scharen und das HSBC-Management schließlich zu einer Änderung der Strategie und der Führungsstruktur bewegen zu können, schreibt die britische » Financeweek. Zwar habe Knight den Energieriesen Royal Dutch/Shell dazu gezwungen, seine Doppelstruktur aufzugeben, und beim Marktforschungskonzern VNU die Übernahme von IMS Health blockiert – und zwar mit einem geringeren Aktien-Anteil als jetzt bei HSBC. Weniger erfolgreich sei Knight jedoch bei Gaz de France und Suez gewesen, deren Fusion er nicht habe verhindern können.

Das » Wall Street Journal rät den HSBC-Managern, die Attacke von Aktionärsaktivisten wie Knight ernst zu nehmen. Zwar seien die meisten Aktivisten, die in den vergangenen Jahren die große Welle gemacht hätten, inzwischen selbst Opfer der Finanzmarktkrise geworden. Außerdem besitze Knight selbst weniger als ein Prozent an der Bank. „Aber seine früheren Auftritte machen es wahrscheinlich, dass dem Vorstand ein brutaler Anschlag mit Briefen, Pressemitteilungen, geschickten Fragen auf Aktionärsversammlungen und akribischer Lobbyarbeit bei den wichtigsten Aktionären blüht.“

Die » Financial Times Deutschland fragt, wie erfolgreich Aktivisten à la Knight sind. Die Aktionäre von angegriffenen Unternehmen profitierten in der Regel kurzfristig vom Engagement der Rebellen. Eine im Juni veröffentlichte Studie habe belegt, dass die Aktien der Angriffsziele von 2001 bis 2005 auf kurze Zeit um sieben Prozent besser abschnitten als der Markt. Auch in Deutschland gebe es Belege für den Erfolg. Nachdem Vietnam-Veteran Guy Wyser-Pratte 2003 beim Karlsruher Maschinen- und Roboterhersteller IWKA mit den Worten „Wacht auf und riecht das Napalm“ eingestiegen sei, habe man das im MDax gelistete Unternehmen kaum wiedererkennen können. „Nicht nur, dass es inzwischen Kuka heißt und in Augsburg residiert, es legt auch nach langen Jahren wieder Zahlen vor, die die Analysten begeistern.“

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