Presseschau vom 12.11.2007
Albträume im Dollar-Land

Die internationale Wirtschaftspresse befürchtet eine düstere Zukunft für die US-Wirtschaft. Die französische Presse bejubelt den Großauftrag für Airbus. Die FAZ rät der Europäischen Zentralbank, von Mao zu lernen. Fundstück: Warum Kinder in China nicht „@“ heißen dürfen.

Der » Economist warnt vor einer verschärften Dollar-Krise. Sollten noch mehr ausländische Investoren einen Bogen um die US-Währung machen, kollabiere nicht nur der Dollar. Außerdem würden die Finanzmärkte in eine noch tiefere Krise gestürzt, während die schwächelnde Währung die US-Notenbank Fed dabei einschränke, den Leitzins zu senken. „Diese Angst wird durch die immer größeren Sorgen über höhere Öl- und Lebensmittelpreise noch verstärkt“, beobachtet das Wirtschaftsmagazin. Gleichwohl sei ein „Dollar-Albtraum“ aus derzeitiger Sicht noch unwahrscheinlich. Der Abstieg der Währung sei noch nicht „alarmierend schnell“. Vor dem Hintergrund des „Kredit-Chaos“ und der Rezessionsängste wüchsen die Erwartungen, dass die Fed einmal mehr am 11. Dezember die Zinsen senke.

Die » New York Times zieht die Bilanz einer „brutalen Börsenwoche“, in der der Index von Standard & Poor’s binnen fünf Tagen um 3,7 Prozent gefallen sei. Bis zur vergangenen Woche hätten die Bullen argumentiert, die guten Börsenwerte seien ein Beleg dafür, dass die Wirtschaft nicht in Gefahr sein könne. „Aber schon damals hat der Markt signalisiert, dass es wirtschaftliche Probleme gibt – die Wall Street hat sich darum nur nicht geschert“, analysiert das US-Blatt. Erklärung: Der Standard & Poor’s-Aktienindex ist nach der Marktkapitalisierung gewichtet – je größer eine Firma, desto größer auch der positive Impuls für den Index. In den vergangenen Monaten hätten sich die größten Aktien am besten entwickelt, weshalb der Index ein – verglichen mit der Gesamtwirtschaft – rosiges Bild gezeichnet habe. Tatsächlich hätten bereits zahlreiche Analysten ihre Prognosen mit Blick auf die Profite der Unternehmen im dritten Quartal nach unten korrigiert. Die Umsätze des US-Finanzsektors seien im dritten Quartal um 17 Prozent gefallen.

In » Forbes macht sich der Chefökonom von Bear Stearns, David Malpass, Sorgen über die US-Wirtschaft. Der ohnehin für 2008 zu erwartende Abschwung werde durch den schwachen Dollar, Steuererhöhungen und den Protektionismus der Regierung noch verschärft – „das ist das Gegenteil der Wachstums-Politik, die im Ausland und auch bei uns in der Vergangenheit funktioniert hat“, schimpft der Oberbanker. „Der Weg zur wirtschaftlichen Erholung der USA ist augenscheinlich: Lege eine hohe Priorität auf einen starken und stabilen Dollar, senke die hohen Steuern und verhindere den ökonomischen Expansionismus von Washington“, schlägt Malpass vor. Die Präsidentenwahlen 2008 böten Washington die Chance, „wieder in Einklang mit dem Wachstum“ zu kommen.

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