Presseschau vom 13.11.2007
Alarm durch „Big Blue“

Nach der Übernahme von Cognos durch IBM kommentiert die internationale Wirtschaftspresse die Konzentration in der Software-Branche. Les Echos sieht schwarz für die französische Wirtschaft. Die Financial Times führt die Nöte der US-Wirtschaft auf Asiens Finanzpolitik zurück. Fundstück: Google-Nacken sind Gold wert.

» Business Week kommentiert die Übernahme des Firmensoftware-Anbieters Cognos durch IBM (Kaufpreis: fünf Milliarden Dollar). Für IBM sei Cognos ein guter Kauf, weil beide Firmen seit über 15 Jahren eng zusammengearbeitet hätten und ihre Technologien kompatibel seien. Eines der „heißesten Segmente“ der Tech-Industrie werde von immer weniger Unternehmen kontrolliert – vor dem jüngsten IBM-Deal habe SAP den Wettbewerber Business Objects für sieben Milliarden Dollar, im April habe Oracle die Software-Firma Hyperion Solutions für 3,3 Milliarden Dollar gekauft. „Die Software-Industrie, die einst von hunderten best-of-breed-Firmen bevölkert wurde, ist nun in der Hand einer handvoll Giganten, darunter Microsoft, IBM, SAP und Oracle, die alle über ein großes Portfolio verfügen“, analysiert das Blatt. Als Konsequenz werde es für mittelgroße Anbieter immer schwieriger, sich gegen die Riesen zu behaupten, da große Unternehmen ihre Technologie am liebsten bei möglichst wenigen Firmen einkauften. Mit Blick in die Zukunft rechnet Business Week mit weiteren Übernahmen: BEA Systems und Sybase stünden auf der Liste ganz oben.

Die » Wirtschaftswoche erkennt in der Übernahme eine Strategiewende von IBM. Zwar sei der IT-Riese seit Jahren auf Einkaufstour. Mit dem Kauf dränge IBM jetzt jedoch auch in den Markt für Anwendungssoftware. Vor allem SAP sehe sich jetzt herausgefordert – der Coup von „Big Blue“ habe in Walldorf einen Alarm ausgelöst. „Denn IBM verfolgt damit jetzt denselben Ansatz wie SAP: Beide Unternehmen verkaufen die Analyse- und Planungssoftware als Bestandteil der Technikplattform, mit der Unternehmen ihren IT-Flickenteppich zusammenfügen können“, erklärt die Zeitschrift.

„Wir bewegen uns in eine Informationsgesellschaft“, schreibt » Computerweekly.com. Für Firmen werde der Einsatz von Business-Software immer wichtiger. „Die richtigen Daten zur richtigen Zeit zu bekommen, kann den Unterschied zwischen Profit und Verlust ausmachen, außerdem zwischen Innovationen und verlorenen Möglichkeiten, sogar zwischen Leben und Tod.“

Sorgen um französische Wirtschaft

Angesichts der sich auftürmenden Wolken am französischen Wirtschaftshimmel, hat » Les Echos eine Sturmwarnung herausgegeben: Die industrielle Produktion gehe zurück, das Handelsdefizit verschlimmere sich, die Stimmung in französischen Haushalten und Betrieben sei schlecht, die Firmen investierten nicht mehr. Das Wirtschaftswachstum werde in diesem Jahr deshalb deutlich unter zwei Prozent liegen, selbst die EU sei besorgt. Das Magazin deutet die aktuelle Lage als Folge zweier Schocks, die Frankreich überrollt hätten: der Ölpreis- und der Währungsschock. „Nun werden wieder gute Geister zur Stelle sein, um Sarkozy Pläne zur Wiederbelebung der Wirtschaft zu unterbreiten“, vermutet das Blatt. Doch es warnt davor, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen. Das bereits vom Parlament verabschiedete Finanzpaket, das unter anderem Steuersenkungen bei Überstunden vorsieht, sei „Maßnahme genug“.

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