Presseschau vom 13.9.2007
Zwischen Copy-Cats und Klimaschutz

Angesichts der IAA beleuchtet die internationale Wirtschaftspresse, wie die chinesische Konkurrenz und der Umweltschutz die Autoindustrie verändern. Den Kehraus in Kanada, wo immer mehr einheimische Unternehmen von ausländischen Investoren aufgekauft werden, beschreibt Fortune. Das Financieele Dagblad fordert, die politische Kontrolle der Finanzmärkte mit „gesundem Misstrauen“ zurückzuerobern.

Internationale Automobil-Ausstellung

Die » Herald Tribune berichtet von den Vorwürfen von BMW, der chinesische Autobauer Shuanghuan Automobile habe den Geländewagen X5 kopiert. Der Fall zeige schon zu Beginn der IAA, dass sich der Kampf um geistiges Eigentum zwischen dem Westen und China auf die Autobranche ausgeweitet habe. Einige Auto-Analysten gingen davon aus, dass europäische Hersteller die Kopiererei als Preis ihrer Geschäftstätigkeit in China akzeptieren müssten. Nur wenige europäische Hersteller zweifelten inzwischen daran, dass die Chinesen in wenigen Jahren ernst zu nehmende Wettbewerber sein könnten. Besonders Brilliance JinBei Automobile habe im Westen einen – verglichen mit Shuanghuan – guten Ruf und ziehe die Aufmerksamkeit mit einem neuen Kompaktauto auf sich.

Die » New York Times macht sich über die Präsentation von Toyotas Concept Car „iQ“ lustig. Zwar habe das Auto ein innovatives 3+1-Sitzesystem, bei dem der vierte Sitz umgeklappt werden könne, um Stauraum zu gewinnen. Ansonsten habe Toyota jedoch wenig verraten zu den technischen Spezifikationen: weder die Größe des Motors noch wo dieser eingebaut werden soll. Toyotas lyrische Einlassungen, das Amaturenbrett zeige die Rundungen eines Mantarochens, habe ein „Witzbold“ in der Pressekonferenz mit den Worten kommentiert, der Tacho sehe eher aus wie ein Spiegelei.

Die » FAZ schreibt, dass die Jubelrufe der Branche über tolle Fahrzeuge und technische Fortschritte in Zeiten des Diskutierens über Klimaveränderungen und Schadstoffe in Autoabgasen eher verhalten klingen. Vom einstigen „Tanz um das Goldene Kalb“ redeten nicht einmal mehr die Autogegner. In Zukunft werde es nicht reichen, konventionelle Autos auf Hybridtechnik umzurüsten. Die Branche benötige eine „sanfte Revolution“ mit zwei Zielrichtungen: „Sie wird das Auto der Zukunft mit Antrieben versehen, die den Abschied vom Erdöl bedeuten und mit minimalem Schadstoffausstoß betrieben werden.“ Diese Technik sei aber nicht billig, weshalb eine paradoxe Lage entstehe: „Um die Reise in das Morgenland des ohne schädliche Emissionen fahrenden Autos finanzieren zu können, müssen die Hersteller in der Gegenwart hohe Profite einfahren. Das aber geht nur mit den Fahrzeugen, deren Luxus und Leistung die großen Massen auch auf dieser IAA in Entzückung versetzen werden.“

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