Presseschau vom 14.9.2007
Teures Debakel

Die New York Post untersucht das Debakel des von Goldman Sachs verwalteten Hedge-Fonds Global Alpha. Capital schreibt über den Frust der Firmenjäger, die eine Reihe von Investments auf dem „Grabbeltisch“ anbieten müssen. Fundstück: Die Japan Times zeigt, wie Hotels in Tokio mit hochkarätigen Angeboten auf Gästefang gehen.

Alcatel-Lucent

„Die Fusion, um es milde auszudrücken, läuft nicht gut“, schreibt die » Financial Times. Beunruhigend sei, dass die Firma ihre Probleme im schwachen US-Mobilfunkgeschäft lokalisiere, dem profitabelsten Zweig der Branche. Alcatel dominiere zwar weiterhin den Markt für den – besonders außerhalb Europas verbreiteten – CDMA-Mobilfunkstandard, spätestens bis 2012 sei der Markt jedoch tot, weil die Technologie überflüssig werde. In anderen Mobilfunknetzen habe die Unternehmensgruppe einen zu geringen Marktanteil, was die Geschäftsgrundlage angreifbar mache.

„Der Konzern ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt“, forscht die Süddeutsche Zeitung nach Ursachen der Schwäche. „Nicht einmal die angeblich mathematische Gewissheit ging auf, die der Fusion ihre Berechtigung gab, nämlich dass Mengenwachstum den Preisdruck ausgleichen würde.“ Der Zusammenschluss sei „ein einziges Fiasko“. Nur einer habe von der Fusion profitieren können: Serge Tchuruk, der ehemalige Alcatel-Chef, der der Amerikanerin Patricia Russo kurz vor seiner Pensionierung „im Stile eines Edelmannes“ den Vortritt gelassen und 5,7 Millionen Euro Abfindung kassiert habe.

Die FAZ erkennt in der Firmenkrise „die fundamentale Schwäche in der amerikanischen Infrastruktur für die Handy-Telefonie.“ Trotz der von der Konkurrenz aufgezwungenen Preissenkungen wollten die Kunden nicht anbeißen; das solide Geschäft mit der Festnetzinfrastruktur sowie in der asiatisch-pazifischen Region könne die Rückgänge nicht ausgleichen. Während die Franko-Amerikaner Umsatz- und Gewinnerwartungen immer weiter herunterschrauben müssten, berichte Erzrivale Cisco von einem aufgehellten Horizont.

EADS

Das französische Wirtschaftsblatt » Les Echos führt ein langes Interview mit Arnaud Lagadère, der sich darin erstmals zur neuen Führung bei EADS äußert – der Unternehmer war im Zuge der Abschaffung der deutsch-französischen Doppelspitzen als Vize-Präsident abgelöst worden: Er wolle bis zum Abschluss des Sanierungsprogramms „Power8“ im Jahre 2010 Großaktionär des Airbus-Konzerns bleiben. Der französischen Regierung wolle er vorschlagen, als Präsident der Sogeade-Holding, in der die Anteile der französischen Regierung und von Lagardère gebündelt sind, die französischen Interessen in EADS zu vertreten. Mit Blick auf einen möglichen neuen Riesen-Rüstungskonzern aus Thales und Safran erklärt Lagardère, dass eine solche Fusion auf Kosten von EADS und eines Europas der Verteidigung gehe.

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