Presseschau vom 16.10.2007
Blauer Brief vom Chef

Die internationale Wirtschaftspresse untersucht die Turbulenzen beim Internetportal AOL, das jede fünfte Stellen abbauen will. Les Echos kritisiert das Drei-Säulen-System deutscher Banken. Die südafrikanische Zeitung Business Day analysiert die Probleme des eigenen Landes bei der Goldproduktion. Das Fundstück: Warum die Wall Street nicht so wichtig ist.

» All Things Digital, das Tech-Blog des Wall Street Journal, hat als erstes Online-Nachrichtenmedium den kompletten Wortlaut der Unternehmensmitteilung von AOL-Chef Randy Falco an die Mitarbeiter zitiert. Demnach plant das Internetunternehmen den Abbau von 2000 Arbeitsplätzen in den USA und Europa, Start sei der heutige Dienstag. Mit der Kürzung von einem Fünftel der Stellen weltweit wolle sich das Unternehmen auf das Geschäft mit Onlinewerbung konzentrieren und die Kostenstruktur verbessern. Außerdem werde AOL in sieben Ländern mit neuen Portalen expandieren. Die Vision von Falco: AOL solle das "größte und anspruchsvollste globale Anzeigennetzwerk" werden.

Die » New York Times erinnert an die Glanzzeit von AOL, als das Unternehmen über Jahre das "Konsumenten-Internet" dominiert habe und so mächtig gewesen sei, dass es Time Warner kaufen konnte - inzwischen hätten sich die Machtverhältnisse umgekehrt und AOL sei nur noch eine Sparte von Time Warner. Nach der jüngsten Job-Abbau-Runde werde die Internetfirma nur noch die Hälfte der Stellen haben, die sie zur Zeit des Zusammenschlusses gehabt habe.

Das » Wall Street Journal schreibt, dass Investoren die AOL-Mutter Time Warner drängen, sich zur Zukunft der Internetfirma zu äußern. "Die Erwartungen sind hoch, dass Time Warner sich dazu entschließt, AOL komplett zu verkaufen oder das Werbegeschäft abzutrennen", schreibt das Blatt. Im vergangenen Jahr habe sich AOL von einem Unternehmen, das sich auf Internetzugänge konzentriert, zur Online-Werbefirma entwickelt. Seitdem sei die Firma auf Probleme gestoßen und habe beispielsweise einen überraschenden Rückgang der Werbeumsatzerlöse im zweiten Quartal hinnehmen müssen.

Die » Times aus London berichtet, dass neben AOL auch Sun Microsystems im großen Stil Stellen kürzen will: bis zu 1500 von insgesamt 34.500 Jobs in den USA, Kanada, Europa und Asien. "Der Schritt erfolgt, weil sich Sun in einem heftigen Wettbewerb befindet", erklärt die Zeitung. Das Unternehmen habe bereits 4000 Stellen seit Juni 2006 abgebaut.

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