Presseschau vom 16.11.2007
Miese Laune im Morgenland

Die internationale Wirtschaftpresse erwartet ein kühleres Wirtschaftsklima in Asien. Die Süddeutsche Zeitung schlägt vor, sich nach einem Nachfolger für den "brachialen Mehdorn" umzusehen. Expansión warnt vor der Inflation in Spanien. De Volkskrant berichtet über die späte Rache von Netscape an Microsoft. Fundstück: Gute Mädchen, miese Jobs.

Das » Wall Street Journal hat die jüngste Umfrage des Asia Business Council studiert: Danach blicken die Geschäftsleute weniger optimistisch ins neue Geschäftsjahr als noch vor einem Jahr. 28 Prozent der Befragten rechneten mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage; 2006 glaubten das nur vier Prozent. „Dabei wurde die Umfrage im September und Oktober durchgeführt, als die US-Hypothekenkrise noch nicht ihre Wirkung auf die asiatischen Märkte entfaltet hatte“, gibt das US-Blatt zu Bedenken. Immerhin zeige das Umfrageergebnis, dass die Sorge, die asiatischen Märkte könnten sich vom Rest der Welt abkoppeln, noch unbegründet sei. Ein weiteres, überraschendes Resultat habe die Frage nach den für 2008 geplanten Investionen ergeben: Nur noch 67 Prozent der Befragten wollten in China investieren; im Jahr zuvor seien es noch 85 Prozent gewesen. „Das Interesse an China kühlt offenbar ab.“

Die » International Herald Tribune fragt nach den Folgen eines – durch die steigende Inflation angetriebenen – möglichen Abschwungs der chinesischen Wirtschaft. Einige Länder würden davon profitieren, da die Rohstoffpreise, darunter der Ölpreis, sänken. Gleichwohl zeige China noch keine Anzeichen eines Abschwungs. Der Handelsüberschuss eile von Rekord zu Rekord. Dass die Regierung jedoch anfange, die Exporte von Stahl, Plastik und anderer Produkte zu besteuern, sei ein ineffizientes und fragwürdiges wirtschaftspolitisches Instrument.

» China Daily stellt das Ergebnis einer Untersuchung des chinesischen Wirtschaftsministeriums vor. Danach müssten Exporteure mit sinkender Nachfrage rechnen: „Die engen wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA machen China für Auswirkungen der US-Hypothekenkrise besonders anfällig. Sollten die Exportzahlen in 2008 stark zurückgehen, sind Konsequenzen für die chinesische Volkswirtschaft unvermeidlich“, zitiert das Blatt aus dem Bericht. Der Export in die USA habe noch im ersten Quartal diesen Jahres 20,4 Prozent über dem Vorjahr gelegen, im zweiten bereits 15,6 Prozent und im dritten Quartal 12,4 Prozent unter dem Vergleichswert gelegen. Chinas enorme Abhängigkeit vom US-Markt sei gefährlich: 19,4 Prozent der Exporte aus dem Reich der Mitte gingen in die USA. An dem ungewöhnlich hohen Handelsüberschuss, für den China von Partnern weltweit kritisiert werde, halte die Regierung aber fest: Stabile Exportzahlen seien im Interesse des Landes.

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