Presseschau vom 16.8.2007
Zwei Jahre Urlaub

Heute in der internationalen Presse: Das Wall Street Journal kritisiert die Bundesregierung, weil sie keine großen Reformprojekte mehr in Angriff nehmen will. Der Economist entstaubt zum erfolgreichen Börsengang von VM-Ware die "Dotcom-Party-Hüte". Das Fundstück kommt aus der Times: Der große Multiple-Choice-Test "Wie asiatisch sind Sie wirklich?"

Deutsche Wirtschaft

Das » Wall Street Journal kritisiert, dass sich die deutsche Regierung Urlaub genommen hat - für die nächsten zwei Jahre, denn bis zur nächsten Bundestagswahl seien keine größeren Reformprojekte geplant. Das sei fahrlässig, schreibt das Blatt. Denn obwohl Deutschland wirtschaftlich stärker sei als in den vergangenen Jahren, gebe es gute Gründe, die Auszeit kurz zu halten: Die Produktivität sei im US-Vergleich zu gering und anderes als in vergangenen Jahren sei nicht mehr mit moderaten Lohnabschlüssen zu rechnen. Abhilfe könnten eine weitere Deregulierung der Märkte, niedrigere bürokratische Hürden für Start-Ups und ein verbessertes Aus- und Weiterbildungs-System schaffen.

Internet

Die internationale Presse beschäftigt sich mit den Licht- und Schattenseiten des neuen Internet-Booms.

Der » Economist fragt, ob nach dem gelungenen Börsendebüt von VM-Ware die "Dotcom-Party-Hüte" abgestaubt werden müssen. Zwar erinnere die Euphorie an die IPOs des ersten Internet-Booms. Aber eine "Blase 2.0" sei nicht zu erwarten. Anders als zur Jahrtausendwende hätten Unternehmen wie VM-Ware ein fundiertes Geschäftsmodell. Firmen, die einfach nur die Erfolge von anderen mit Me-Too-Produkten kopierten und es vor Jahren trotzdem locker an die Börse geschafft hätten, gingen heute leer aus.

Der Onlinedienst » CNET News.com beobachtet dagegen skeptisch die zahlreichen Übernahmen von Internetfirmen durch große Medienunternehmen. Die Konzerne gäben Millionen von Dollar für Start-Ups aus, die besser zu Google oder Yahoo passen würden. Dabei sei seit dem Dotcom-Desaster der 90-er Jahre allgemein bekannt, dass die Medienspezialisten mit ihren teuren Einkäufen oft nichts anzufangen wüssten. Einige der jüngsten Akquisitionen seien bisher Reinfälle, wie etwa die Übernahme von Reddit durch Conde Nast. Selbst Rupert Murdochs 580 Mio Dollar teurer Kauf von Myspace könne mittlerweile nicht mehr als sichere Geschäft gelten: "Da der Konkurrent Facebook seinen kometenhaften Aufstieg fortsetzt, fragen manche Kritiker, ob Myspace sich für News Corp. als als eine kluge Investition erweisen wird."

Seite 1:

Zwei Jahre Urlaub

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%