Presseschau vom 2.10.2007
Musik abrupt abgeschaltet

Im Fokus der internationalen Wirtschaftspresse stehen die Erschütterungen bei den Großbanken. Der Guardian sägt am Stuhl des Citibank-CEO. Die New York Times schimpft über das Millionen-Gehalt von Countrywide-Chef Angelo Mozilo. Business Week lüftet das Geheimnis von Gorilla Trades. Fundstück: Warum der „Musikantenstadl“ auf den Finanzmärkten so beliebt ist.

Der » Economist lauscht den Notsirenen von UBS und Citigroup in Folge der US-Hypothekenkrise – erst gab die Schweizer Großbank gestern einen Vorsteuerverlust von bis zu einer halben Milliarde Euro bekannt, dann überraschte die größte US-Bank mit einem dramatischen Gewinneinbruch. Jetzt sei zu befürchten, dass die Quartalsergebnisse von der Deutschen Bank und von Merrill Lynch schlecht ausfallen könnten. „Der Hoffnungsschimmer vom vergangenen Monat, in dem die Wall Street Ergebnisse vorgelegt hatte, die besser als erwartet ausfielen, ist verschwunden“, schreibt das Blatt.

Auch die » Times ahnt, dass die rote Tinte bei der UBS nichts Gutes für andere europäische Investmentbanken verheißt. Gleichwohl sei ein Teil der UBS-Probleme hausgemacht. Gestern habe die Bank eingeräumt, beim Risikomanagement die Gefahren unterschätzt zu haben. Einstweilen sind die Investoren erleichtert, dass andere Bereiche der Bank eine gute Leistung liefern.“

Der » Guardian zitiert genüsslich aus einem Interview mit Citigroup-Chef Charles Prince vom Juli 2007. „Wenn die Musik aufhört, wird es bei der Liquidität schwierig. Aber solange die Musik noch spielt, musst Du aufstehen und tanzen. Wir tanzen noch“, habe der Boss der weltgrößten Bank damals gesagt. Die gestrige Gewinnwarnung erwecke den Eindruck, dass die Musik abrupt abgeschaltet wurde. Dies sei nicht das erste Mal, dass Princes Leistungen angezweifelt worden seien. In den vergangenen Jahren sei das Institut in einen Privatbanken-Skandal in Japan verwickelt gewesen, der dem Ansehen von Citi geschadet habe. „Prince hat den 300.000 Angestellten der Bank erklärt, er werde lieber weniger Geschäfte machen, als das Image zu beschädigen. Außerdem hat er versichert, dass er der Bank schlechte Schlagzeilen ersparen möchte. Das hat bislang nicht geklappt“, lautet das Fazit des Guardian.

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