Presseschau vom 21.8.2007
Gewinner, Verlierer und Gerüchte

In der internationalen Presse beginnt die Suche nach Gewinnern und Verlierern der US-Subprime-Krise. Zu den Profiteuren der Finanzkrise könnten die Chinesen gehören, spekuliert die Asia Times aus Hong Kong. Die Financial Times sieht Anzeichen der Schwäche bei der Deutschen Bank. Forbes schaut in die Abgründe des Internet-Pharma-Handels. Die Japan Times staunt, wie weit die Liebe zu Fabriken gehen kann...

Subprimekrise

Die » Businessweek sieht die großen Private-Equity-Firmen in der Bredouille, weil etliche Firmenübernahmen auf der Kippe stünden. Ein "kritischer Test für den gesamten Markt" sei die geplante 28 Milliarden Dollar schwere Übernahme des weltgrößten Kreditkarten-Abrechners First Data Corp durch Kohlberg Kravis Roberts (KKR). Bislang sei das Verhältnis der US-Investmentfirma zu den Banken gut gewesen, weil diese in den Boom-Jahren gute Geschäfte mit KKR gemacht hätten. Jetzt müssten KKR und Co. jedoch die Banken dazu drängen, bei ihren Zusagen zu bleiben. Bei den Banken sorge derzeit allein das riesige Volumen einzelner Deals für eine vorsichtige Haltung.

In einem Beitrag für die » Asia Times berichtet der Washingtoner Unternehmensberater Julian Delasantellis von Gerüchten an der Wall Street, der staatliche chinesische Finanzinvestor SWF könne durch ein Engagement dem US-Finanzmarkt aus der Liquiditätsklemme helfen. "Das würde ins Bild passen", lästert der Autor: "Das auffälligste Merkmal der US-Wirtschaft in diesem Jahrzehnt war, dass die Gesellschaft besessen davon ist, über ihre Verhältnisse zu leben." Das zeige sich nicht zuletzt das US-Handelsdefizit. "Wenn Amerika sich von den Chinesen aus der Patsche helfen lässt, beweist es, dass es weniger eine Supermacht ist als ein armer, glückloser Junkie, der beim Pfandleiher ein weiteres Familienerbstück verscheuert, nur um noch einen Schuss Plasma-TVs, MP3-Playern, Barbiepuppen und anderer billiger chinesischer Waren zu bekommen, von denen die Amerikaner mittlerweile abhängig sind", schimpft Delasantellis.

Die » Financial Times Deutschland widmet sich den Gewinnern der Krise: den Börsenbetreibern, denen die Turbulenzen Rekordhandelsumsätze beschert haben. Allein am vergangenen Donnerstag hätten an der New York Stock Exchange (Nyse) 2,9 Milliarden US-Aktien die Hände gewechselt. Für die Börsenbetreiber habe sich jetzt ausgezahlt, dass sie seit Jahren große Summen in ihre Handelssysteme investiert hätten.

Seite 1:

Gewinner, Verlierer und Gerüchte

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%