Presseschau vom 21.9.2007
Die Araber kommen

Die internationale Wirtschaftspresse beobachtet den Investitions-Wettlauf von Dubai und den Katar bei der Londoner und weiteren Börsen. Die Herald Tribune torpediert die Energiepolitik der EU-Komission. Der Daily Telegraph fordert den Rücktritt des Chefs der Bank of England. Der Condor geißelt die Macho-Kultur in der chilenischen Wirtschaft. Fundstück: Die Zeit stößt mit der SPD auf Karl Marx an.

Das » Wall Street Journal schaut wohlwollend auf die Einkaufstour der Araber: „Die Deals markieren eine neue Ebene des Engagements einer aufsteigenden Gruppe arabischer Staaten, deren Führer dem Westen grundsätzlich freundlich gesinnt und ehrgeizig sind, Zeichen zu setzen auf den globalen Finanzmärkten.“ Der Einfluss von Staaten wie Dubai und Katar sei in den vergangenen Wochen größer geworden, weil sie wegen ihres Geldes immun gegen die Turbulenzen auf den Kreditmärkten seien, die andere Investoren hingegen ausgebremst hätten. Mit dem weiteren Ansteigen der Ölpreise werde die Geschwindigkeit der Araber in den kommenden Monaten noch zunehmen, vermutet das Wall Street Journal.

Für die » Times sind die Engagements von Dubai und Katar an der LSE der Beginn eines Bieter-Kampfes um die Londoner Börse. „Zwischen Katar und Dubai gibt es schon heute keine Liebe, weil beide Wüsten-Königreiche darin konkurrieren, rivalisierende Finanzzentren aufzubauen, von denen eines vielleicht im mittleren Osten vorherrschen könnte“, erklärt die Times. Obwohl Dubai mit 30 Prozent mehr LSE-Anteile halte als Katar, heiße dies nicht, dass Dubai auch im Spiel vorne liege. LSE-Chefin Clara Furse favorisiere die Investoren aus Katar, die „stabile Investoren“ und keine „Räuber“ seien.

Nach Einschätzung der » Financial Times Deutschland könnte das Technologie-Know-how des schwedischen Börsenbetreibers OMX, um den die Börse in Dubai zusammen mit der US-Technologiebörse Nasdaq buhlt, die Expansionspläne der Golfstaaten in die Märkte Afrikas und Asiens unterstützen. Beide kämen auch dem Ziel näher, sich vom Öl- und Gasgeschäft unabhängiger zu machen. Zugleich werde die Debatte um den Einstieg arabischer Staatsfonds in europäische oder amerikanische Schlüsselindustrien neu entfacht. Am Donnerstag hätten zwei US-Senatoren Bedenken gegen die Vereinbarungen der Börse Dubai mit der Nasdaq angemeldet.

Seite 1:

Die Araber kommen

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%