Presseschau vom 22.8.2007
Ein Drittel Rezessionsgefahr

In der Herald Tribune entwirft Nobelpreisträger Paul A. Samuelson Szenarien über die Folgen der Finanzmarktkrise und beschwört die Gefahr einer "milden Rezession". Businessweek untersucht, warum Wal Mart zum Sorgenkind des US-Einzelhandels geworden ist. Das Wall Street Journal spekuliert über eine Übernahme von Yahoo durch Microsoft. Die Los Angeles Times beteiligt sich an der Suche nach dem miesesten Boss der USA...

Finanzmarkt-Krise

In der » Herald Tribune wagt Nobelpreisträger Paul A. Samuelson eine dreigeteilte Prognose anlässlich der Turbulenzen auf den Finanzmärkten: "Ein Drittel Wahrscheinlichkeit" habe die Aussicht, dass es bis 2008 eine "milde Rezession" geben könnte. Genauso wahrscheinlich sei, dass die Weltwirtschaft in Folge der Liquiditätsspritzen der Zentralbanken gesunde und sogar an die ursprünglichen Wachstumsprognosen anknüpfen könne. Dritte Möglichkeit: Die Märkte bewegten sich auf und ab, während die Inflation oberhalb der Wachstumsraten bleibe, nach denen sich die Zentral-Banker derzeit sehnten. "Das eine Drittel ist nicht schlechter als das andere", schließt Samuelson. "Auf Ihr Risiko, Sie haben die Wahl!"

Die Londoner » Times sieht in der Krise auf den Finanzmärkten eine Zäsur. Während der Crash von 1987 dadurch verschärft worden sei, dass die Zentralbanken "unterschiedliche Signale" gesendet hätten, seien die Währungshüter diesmal weltweit "im Gleichschritt" marschiert. Gemeinsame Botschaft: "Zentral-Banker sind dazu da, Inflation zu bekämpfen und das stabile Wirtschaftswachstum zu untermauern." Die koordinierten Schritte seien möglich, weil die Banken mittlerweile extrem gut vernetzt sind. Nur die Bank of Japan weiche mit ihrer Nullzinspolitik vom gemeinsamen Kurs ab. Beim jährlichen Treffen der Zentral-Banker sei deren Chef Toshihiko Fukui seit sieben Jahren "wie das Kind auf dem Kostümfest, dessen Eltern sich keine Verkleidung leisten konnten."

Infineon

Die deutschen Zeitungen blicken auf den Chiphersteller Infineon, der das Mobilfunkgeschäft von LSI Logic übernimmt. Die Frankfurter Allgemeine schreibt im Kommentar, dass der Chiphersteller durch die Übernahme in erster Linie den wichtigen Kunden Samsung und damit die Chance für Skaleneffekte in der Produktion gewonnen habe. "Es ist deshalb ein kleiner, aber wichtiger Schritt zum großen Ziel einer Umsatzrendite von 10 Prozent – bezogen auf den Gewinn vor Zinsen und Steuern – im übernächsten Geschäftsjahr."

Die Süddeutsche Zeitung schreibt vom "Warten auf die Wende" bei Infineon. Die Aktie koste derzeit nicht einmal ein Drittel dessen, was Siemens seinerzeit beim Börsengang seiner Halbleitersparte kassiert habe. Der Ausbau des Geschäfts bleibe mit vielen Unsicherheiten verbunden. Auch der Gang der Speicherchip-Tochter Qimonda an die Börse in New York vor einem Jahr sei nur mit Ach und Krach gelungen, da die Konjunktur in diesem Geschäftsbereich einen Tiefpunkt erreicht habe.

Seite 1:

Ein Drittel Rezessionsgefahr

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%