Presseschau vom 23.10.2007
Nach der Schlacht ist vor der Schlacht

Die internationale Wirtschaftspresse bilanziert den gestern beendeten Kartellstreit von Microsoft und der EU-Kommission. „Schluss mit den Aktiengeschäften“, fordert Le Figaro den französischen Staat auf. Das Financieele Dagblad glaubt nicht an den Traum vom Ruhrgebiet. Fundstück: Lächelnd reich werden.

Nachdem Microsoft gestern gestern angekündigt hat, sich im jahrelangen Kartellstreit mit der Europäischen Union künftig an die Auflagen aus Brüssel zu halten und keine Berufung gegen ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs einzulegen, schreibt der » Guardian, dass damit noch nicht alle Streitpunkte vom Tisch sind. EU-Kommissarin Nelly Kroes habe offen gehalten, ob die EU-Kommission frühere mögliche Verstöße des Softwareunternehmens mit Bußgeldern belegen werde – darunter sei die Beschwerde der Lobby-Organisation ECIS (u.a. IBM, Nokia, Oracle, Red Hat und Sun Microsystems) über die Monopolstellung des Betriebssystems Windows Vista. „Die meisten Beobachter gehen dennoch davon aus, dass die neunjährige Schlacht zwischen Microsoft und der EU vorüber ist“, schreibt die Zeitung und zitiert Alec Burnside von der Anwaltskanzlei Linklaters: „Es scheint so zu sein, dass jeder seine Waffen streckt und in die Zukunft blickt, statt alte Gefechte fortzusetzen.“

» ZD-Net

analysiert die möglichen Folgen des beendeten Microsoft-Kartellstreits. Nach dem Triumph der Wettbewerbskommissare werde es für Google schwierig, die Fusion mit DoubleClick durchzuboxen. „Dies wäre allerdings eine dumme Entwicklung“, schimpft das Tech-Magazin. „Es erscheint seltsam, wenn die eine große Firma vor der anderen großen Firma beschützt wird, aus dem falschen Glauben heraus, die Aufseher könnten ganze Märkte wie Bildhauer formen“. 

Die » FAZ begrüßt die Entscheidung von Microsoft, seinen Widerstand gegen die Wettbewerbsauflagen der Europäischen Kommission aufzugeben. Dies sei für die Endkunden eine gute Nachricht. „Vereinfacht ausgedrückt, wird es nun leichter, unterschiedliche Softwarewelten miteinander zu verbinden. Das gilt besonders für das Betriebssystem Windows von Microsoft und das im Grundsatz lizenzgebührenfreie Linux.“ Auch für Microsoft-Aktionäre müsse das Einlenken keine schlechte Nachricht sein. „Ihr Unternehmen hat mit der Abwehr neuer Wettbewerber wie zum Beispiel Google genug zu tun. Microsoft muss in der Zukunft mehr denn je durch gute Produkte überzeugen, nicht durch juristisch virtuos geführte Abwehrschlachten zu Themen der Vergangenheit.“

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