Presseschau vom 23.11.2007
In der Dollar-Falle

Die Wirtschaftspresse hinterfragt die Brandrede von Airbus-Chef Thomas Enders. Cinco Días fiebert dem Börsengang von Iberdrola Renovables entgegen. Das Financieele Dagblad zweifelt an der Strategie von Heineken bei der Übernahme von Scottish & Newcastle. Die New York Times sieht islamisches Banking im Trend. Fundstück: Millionengrab mit Rinderhaaren.

Nachdem Airbus-Chef Thomas Enders gestern vor deutschen Betriebsräten erklärt hat, das Geschäftsmodell des Unternehmens sei so „nicht mehr tragfähig“ und das Tempo des Dollarverfalls lasse „vernünftige Anpassungsprozesse kaum noch zu“, verteidigt die » Financial Times Deutschland Enders gegen die Unterstellung, er habe eine „plumpe Einschüchterungstaktik“ angewendet. „Das Management muss handeln, denn Airbus sitzt in der Dollar-Falle“ – ähnlich wie Mitte der 90er-Jahre, als die US-Währung gegenüber der D-Mark tief gefallen sei und Airbus ebenfalls ein Sanierungsprogramm aufgelegt habe: Ohne die „harten Einschnitte, zu denen Werksverkäufe und die Streichung mehrerer Tausend Stellen zählten, hätte Airbus wohl nicht überlebt, wäre das weltgrößte Passagierflugzeug A380 nicht in Europa gebaut worden“, schreibt das Blatt. Jetzt sei eine weitere Rationalisierung im Rennen gegen den Dollar „der einzig wirksame Hebel, den das Management ansetzen kann“, versichert die FTD.

Die » FAZ vermutet, dass Enders den Dollar gegenüber den Betriebsräten als „Folterinstrument“ eingesetzt habe. In Wirklichkeit sei die Situation weniger dramatisch. Der Konzern sei für die Geschäftsjahre 2007 und 2008 gegen Wechselkursrisiken abgesichert. Erst von 2009 an würde ein schwacher Dollar „richtig schmerzen“. Daher bestehe mit Blick auf die Flugzeuge in den Auftragsbüchern gewiss Handlungsbedarf. „,Lebensbedrohlich’ ist aber etwas anderes – und wer weiß, wo in zwei Jahren der Dollar steht.“

Die » Süddeutsche Zeitung meldet, dass Airbus den Stopp der geplanten Werksverkäufe erwäge. Statt des Verkaufs prüfe das Unternehmen, die betroffenen Standorte in eine neue Tochtergesellschaft auszulagern und zunächst weiterzubetreiben. Hintergrund sei die schwache US-Devise, die dazu führe, dass sich die Kaufinteressenten für die Airbus-Werke nicht mehr interessierten. Für Airbus seien die Einnahmen aus den Werksverkäufen jedoch ein wichtiger Sanierungsbaustein.

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