Presseschau vom 26.9.2007
„Facebook ist nicht Google“

Die internationale Wirtschaftspresse hinterfragt das mögliche Engagement von Microsoft beim Community-Portal Facebook und sieht die Web 2.0-Gemeinschaften in der Bredouille. Forbes findet, dass die Streiks GM gelegen kommen. Die New York Times schüttelt den Kopf über europäische Apotheken. Fundstück: Was tun, wenn Ihr Chef Sie nicht mehr einlädt?
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Nach Recherchen des » Wall Street Journal plant Microsoft, einen Anteil von fünf Prozent am US-Portal Facebook im Gegenwert von 300 bis 500 Millionen Dollar zu übernehmen. Die Beteiligung am Vorbild des deutschen StudiVZ-Portals sei Ausdruck der Strategie von Microsoft, das Geschäft mit Online-Werbung zu forcieren. Nachdem Microsoft im Mai 2007 den Onlinewerbe-Spezialisten Aquantive für rund sechs Milliarden Dollar übernommen und im Konzern eine Onlineanzeigen-Sparte unter der Ägide von Aquantive-Chef Brian McAn-drews eingerichtet habe, setze das Unternehmen von Bill Gates alles daran, ähnlich wie Google, AOL oder Yahoo eine zentrale Werbe-Plattform zu etablieren, auf der die Kunden Anzeigen kaufen und über eine Vielzahl von Portalen streuen könnnen. „Dieser Ansatz wird immer wichtiger, weil Nutzer und Werber zunehmend Zeit und Geld jenseits der großen, etablierten Web-Portale investieren“, erklärt das Blatt.

Im » „All Things Digital“-Blog des Wall Street Journal schimpft die in Technologie-Kreisen einflussreiche Journalistin Kara Swisher über den „lächerlichen Preis“ des Microsoft-Engagements. „Facebook ist nicht Google“, erklärt die Autorin – während die Suchmaschine Milliarden Dollar allein mit Werbung verdiene, spiele Facebook „die Hälfte des Jahresumsatzes, Trommelwirbel, durch einen Deal mit Microsoft“ ein. „Egal was Facebook oder Microsoft sagen, bislang ist es ein Verlustgeschäft für Microsoft“, schreibt Swisher.

» Business Week zieht den thematischen Fokus auf und sieht Community-Webseiten wie MySpace, Friendster oder Facebook in der Bredouille, weil mehrere große Unternehmen wie Viacom und Ebay ihre Internetseiten um Soziale-Netzwerk-Funktionen ergänzten. In einigen Fällen wie „Y! Mash“ von Yahoo oder „PlayboyU“ hätten Firmen sogar vollausges-tattete Myspace-Wettbewerber an den Start gebracht, bei denen die Nutzer miteinander kommunizieren und sich mit eigenen Profilen präsentieren könnten. „Hinter dem sozialen Rennen verbirgt sich der scharfe Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Internetnutzer“, analysiert das Blatt. Bei über 135 Millionen Webseiten und einem monatlichen Wachstum von fünf Prozent werde es immer schwieriger, die Besucher lange genug auf der eigenen Seite zu halten, damit diese Anzeigen betrachten und Geld ausgeben könnten.

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