Presseschau vom 27.8.2007
Tröpfchenweise schlechte Nachrichten

Der Economist meint, dass die Krise an den Finanzmärkten nicht nur mit fehlender Liquidität, sondern mit mangelnder Transparenz zu tun hat. Die Londoner Financial Times sucht zudem nach Ursachen für den verspäteten Konsolidierungsprozess bei den deutschen Landesbanken. Die Herald Tribune berichtet obendrein von der Aufregung in den USA über das Interesse eines chinesischen Unternehmens an einem US-Festplattenhersteller, und der Spiegel staunt über den Zusammenhang zwischen indischem Essen, Tarot und Hartz IV.

Krise an den Finanzmärkten

Der » Economist beklagt, dass die meisten von den Folgen der Subprime-Krise betroffenen Akteure ihren Kopf in den Sand gesteckt haben. "Die schlechten Nachrichten kommen tröpfchenweise, weil Investoren ihre Verluste erst dann bekanntgeben, wenn sie sie nicht mehr verbergen können. Das ist nicht die Art und Weise, wie Märkte ihre Nachrichten bekommen möchten", heben die Londoner den Zeigefinger. Wegen der fehlenden Transparenz sei die Krise inzwischen also eher dem mangelnden Vertrauen als der fehlenden Liquidität geschuldet.

In der » New York Times fordert Komal Sri-Kumar, Manager bei der Anlageberatung TCW Group in Los Angeles, dass die US-Notenbank Fed noch stärker gegensteuert, um den Kreditmarkt vor größeren Schäden zu bewahren. Der Schlüssel zur erfolgreichen Markterholung liege darin, die Federal Funds Rate (Zinssatz, zu dem sich die US-amerikanischen Finanzinstitute Geld untereinander leihen) zu senken. Dies könne dazu beitragen, den Markt zu stabilisieren und in der aktuellen Kursrally ein Gleichgewicht zu schaffen - die Rally habe nämlich genau vor neun Tagen begonnen, als die Fed die Zinsen senkte, die Banken zahlen, wenn sie sich Geld direkt von der Fed leihen.

Die » Frankfurter Allgemeine Zeitung kommentiert die jüngsten Regeländerungen durch die Fed, nach denen unter anderem Großbanken ihren Tochterbanken höhere Kredite gewähren dürfen. "Die Fed hat diese Maßnahmen als eher kleine technische Änderungen und Regel-Klarstellungen tiefgehängt. Tatsächlich handelt es sich aber wohl um eine Notfalloperation", meint die FAZ. Die aktuelle Situation rechtfertige aber diese Maßnahmen: "Am Kollaps einer Großbank kann niemandem gelegen sein."

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