Presseschau vom 28.8.2007 Billiges Baumaterial

Top-Thema in der internationalen Presse ist der kräftige Preisabschlag, den die US-Baumarktkette Home Depot beim Verkauf ihrer Großhandelstochter HD Supply hinnehmen muss. Businessweek erklärt, warum die Finanzmarktkrise Technologie-Aktien verschont hat. Die Herald Tribune stöhnt über den zunehmenden Flugverkehr. Die New York Times lässt die Frage klären, wer an der sinkenden Auflage des Playboy schuld ist.
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Home Depot

"Die Tumulte auf dem Kreditmarkt haben Investoren den Appetit auf Risiken verdorben", forscht » Forbes nach den Ursachen des – für Home Depot – schlechten Geschäfts. In dem durchwachsenen Klima hätten die drei beteiligten Banken (JPMorgan Chase, Lehman Brothers und Merrill Lynch) damit gedroht, den Deal platzen zu lassen, sollte Home Depot sich nicht auf Neuverhandlungen – und schließlich einen Preisabschlag – einlassen.

Die » Financial Times sieht Anzeichen dafür, dass Private-Equity-Firmen bei den anstehenden Übernahmen von TXU (45 Milliarden Dollar), First Data (26 Milliarden Dollar) und Clear Channels Communications (27 Milliarden Dollar) mehr Eigenkapital beisteuern werden – wodurch sich der Kreditbedarf und daher die Abhängigkeit von den Banken verringern würde. Andererseits sei der Fall Home Depot möglicherweise nicht repräsentativ: In anderen Fällen könnten es sich Investment-Banken nicht leisten, so hart zu verhandeln. Die Baumaterial-Großhandelssparte sei wegen der Immobilienkrise in die Knie gegangen. „Das hat es für die Banken einfacher gemacht, neu zu verhandeln, da sich die Rahmenbedingungen verändert hatten.“

SachsenLB

Die deutschen Zeitungen beschäftigen sich weiterhin mit dem Fall der SachsenLB und den Konsequenzen, die daraus zu ziehen sind. Die » Frankfurter Allgemeine kommentiert, ohnehin stehe eine gründliche Neuordnung der deutschen Bankenaufsicht an. Anders als vom Bundesfinanzministerium geplant, sollte dabei aber nicht die Rolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gestärkt werden, findet die FAZ und empfiehlt stattdessen, „die Bankenaufsicht weitgehend bei der – politisch unabhängigen – Bundesbank zu konzentrieren“.

Subprime-Krise

» Businessweek rätselt, warum Technologie-Aktien bislang von den Turbulenzen auf den Finanzmärkten verschont geblieben sind. Die solide Performance des Tech-Sektors sei insofern überraschend, als diesem Marktbereich der Ruf anhafte, in Krisenzeiten wilder auszuschlagen als der Mainstream-Markt. Hinzu komme, dass Konsumenten normalerweise keinen neuen Fernseher kauften, solange sie die Hypotheken nicht mehr abtragen könnten. Aber: „Technologiefirmen, die traditionell wenig Schulden mit sich tragen, sind eine sichere Alternative zum Immobilienmarkt und dem hochverschuldeten Finanzmarkt“, erklärt die Zeitung. Nachdem zu Anfang des Jahrzehnts viel Geld aus der Tech-Branche abgezogen und in Immobilien investiert worden sei, hätten die Investoren jetzt eine Kehrtwende vollzogen.

Flugverkehr

Zu viele Flugzeuge, zu wenig Konzepte: Die » Herald Tribune stöhnt über den zunehmenden Flugverkehr. Rund 750 Milionen Menschen verreisten pro Jahr per Flieger, Tendenz exponentiell steigend: Am New Yorker Kennedy-Airport sei die Zahl der Passagiere allein seit Oktober 2006 um 24 Prozent gestiegen – und das, obwohl die Frustration der Reisenden angesichts von immer häufiger überbuchten Flugzeugen zunehme. Zwar arbeite die US-Bundesluftfahrtbehörde an optimierten Streckennetzen. Doch sie könne die Situation nicht entschärfen. „Solange die Fluglinien – besonders Delta und JetBlue – sich nicht zügeln, sollte die Regierung einschreiten und die Zahl der Flüge, die ein Airport verkraften kann, deckeln, wie es auf Chicagos O'Hare Airport und La Guardia schon erfolgt praktiziert wird“, empfiehlt das Blatt.

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