Presseschau vom 29.11.2007
Janus' Kampf für Windmühlen

Die internationale Wirtschaftspresse blickt skeptisch auf die Google-Offensive zur Förderung erneuerbarer Energien. Das Wall Street Journal kritisiert die "Rentner-Clubs" an der Spitze von Großbanken. Die Korea Times begrüßt die multipolare Ordnung der Wirtschaft. Fundstück: "Twendy-One" - blauäugig, zärtlich und hitzköpfig.

Nachdem Google Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe in erneuerbare Energien in Aussicht gestellt hat, um Öko-Strom billiger als Energie aus Kohlekraftwerken zu machen, schreibt die » New York Times : Für Wall-Street-Analysten sei die Frage nicht, ob Google die Welt retten könne, sondern ob der Idealismus der Firma sie von ihrem Kerngeschäft ablenken könnte, die Informationen der Welt zu organisieren und Online-Anzeigen zu verkaufen. "Meine erste Reaktion war: Ist das ein Witz?", zitiert das Blatt den Analysten Jordan Rohan von RBC Capital Markets. Die "größte Gefahr" in der Google-Geschichte sei die Fähigkeit des Unternehmens, sich zu weit auszudehnen.

"Solange Google keine Anzeigen auf Windmühlen platziert, sieht das aus wie ein Abstecher, der die Aktionäre abschrecken könnte", vermutet » Zdnet.com. Man könne zwar argumentieren, dass Google letztlich selbst von dem Engagement profitiere, weil in den Datenzentren Strom eingespart werde. "Das ist aber ein langer Weg, bis dass sich die Investitionen auszahlen", hält das Online-Magazin dagegen. Erneuerbare Energien seien wichtig, "aber das heißt nicht, dass eine Internet-Werbefirma sie entwickeln sollte", lautet das Fazit.

"Ich bin sicher, auch die Tatsache, dass Brin und Page in ihrer neuen Boeing 757 und ihrem legendären Party-Jet Boeing 767 herumschwirren, wird sie irgendwie zu Umwelt-Helden machen. Ich weiß nur noch nicht wie", spöttelt » technologyreview.com. Eine ähnlich "janusköpfige Firma" sei BP, deren marode Pipelines 2006 rund 200.000 Gallonen Erdöl in Alaska verteilt hätten und die in diesem Jahr eine 500-Millionen-Dollar-Initiative zur Förderung sauberer Energien angekündigt habe.

» Business Week sieht das Ende der goldenen Google-Jahre nahen. Zwar habe das US-Unternehmen in den vergangenen Wochen zahlreiche ehrgeizige Projekte vorgestellt, darunter ein eigenes Handy-Betriebssystem. Die Formel sei jedoch immer gleich: "Verkaufe Anzeigen, in vielen Fällen rund um Inhalte, die Google nicht besitzt; schütte das Gros der Erlöse an den Besitzer der Inhalte aus; wiederhole dies bis zum Ende der Zeit." Doch nicht einmal die größten Google-Apologeten gingen davon aus, dass dieses Prinzip ewig funktioniere. Stattdessen sei zu erwarten, dass Google bald auch Inhalte-Firmen aufkaufe. Google habe keine Wahl, da große Wettbewerber wie Microsoft, Yahoo und AOL immer mehr hochqualitative Portale abschotteten. Hinzu komme, dass die Schere zwischen den beiden Google Anzeigenprogrammen AdWords (Anzeigen im Umfeld von Google-Ergebnisseiten) und AdSense (Anzeigen auf fremden Seiten) größer werde.

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