Presseschau vom 30.11.2007
„Löscher ist kein Brandstifter“

Die Wirtschaftspresse applaudiert dem Radikalumbau bei Siemens. Die britische Immobilienkrise treibt dem BBC-Reporter Tränen in die Augen. Der New Yorker hat keine Angst vor staatlich kontrollierten Fonds. Le Monde begrüßt den Plan von Nicolas Sarkozy, die Kaufkraft der Franzosen zu stärken. Fundstück: Afrikaner, bitte zuhause bleiben.

Wohlwollend kommentieren die Wirtschaftsblätter den vom neuen Konzernchef Peter Löscher initiierten Radikalumbau bei Siemens, nach dem es künftig nur noch drei große Sektoren mit drei mächtigen Spitzenkräften gibt. „Wenn man Österreichern zu Recht ein besonderes diplomatisches Geschick nachsagt, darf der Österreicher Löscher als industrieller Vorzeigediplomat gelten“, schreibt die » Frankfurter Rundschau. Löschers erster Akt habe neue Strukturen geschaffen und einigen Managern den Arbeitsplatz gekostet, was IG Metall und Betriebsrat die Zustimmung nicht allzu schwer gemacht habe. „Akt zwei aber wird die Basis der Belegschaft treffen. Einige tausend Stellen gelten als gefährdet. Erst wenn Löscher das über die Bühne bringt, ohne zum Brandstifter zu werden, hat er den Neustart von Siemens erfolgreich geschafft“, prognostiziert die Rundschau.

» Spiegel Online meldet, dass nach der Neuordnung des Siemens-Vorstands nun der Aufsichtsrat dran sei. Ein Großteil der Arbeitgeberseite im Gremium ziehe sich zurück, darunter Chefkontrolleur Henning Schulte-Noelle, während hochrangige Manager nachrückten – darunter Allianz-Chef Michael Diekmann. „Neben ihm sollen weitere bekannte Industriemanager in das illustre Gremium bestellt werden, darunter MAN-Chef Hakan Samuelson, der frühere Eon-Finanz- und Strategiechef Hans Michael Gaul sowie Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller als einzige Frau auf der Anteilseignerseite“, berichtet der Spiegel.

Die » Zeit begrüßt die Entscheidung von Löscher, die Organisations- und Führungsstruktur grundlegend zu verändern, die grundsätzliche strategische Ausrichtung seines Vorgängers jedoch beizubehalten: Mit der Konzentration des Angebots auf die so genannten Megatrends – Bevölkerungswachstum, Verstädterung, Umwelt – werde schon jetzt gutes Geld verdient. „Auch hat er es offenbar geschafft eine gute Basis in der Zusammenarbeit mit den Betriebsräten zu finden“, schreiben die Hamburger. Mit seiner Ankündigung, gerade auch während der Umbauphase die Renditen weiter kräftig zu steigern, habe sich Löscher allerdings „extrem anspruchsvolle Ziele“ gesetzt. „Doch Löscher hat sich festgelegt. Daran wird er sich messen lassen müssen. Auch wenn man ihm fairerweise erst mal einige Quartale Bewährungszeit einräumen sollte. Denn noch sind die Auswirkungen der Korruptionsaffäre längst nicht komplett verdaut.“

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