Presseschau vom 5.10.2007
„Oh Lord, won’t you buy me a Daimler“

Die internationale Wirtschaftspresse verfolgt die außerordentliche Hauptversammlung von Daimler und beschreibt die Herausforderungen des umbenannten Autokonzerns. Die Londoner Times fordert, dass an der Spitze von EADS aufgeräumt wird. Der Economist legt den Finger in die Skype-Wunde von Ebay. Fundstück: Ein Internetguru, der nach Bauchgefühl statt Businessplan urteilt.

Daimler AG

Die » New York Times geht besonders auf die Umbenennung von DaimlerChrysler in Daimler AG ein. Auch ohne Chrysler verfüge Daimler neben Mercedes über einen großen Stall an Auto- und LKW-Marken, darunter Maybach, Smart, Freightliner und Detroit Diesel. Doch Traditionalisten unter den Aktionären hielten die Marke Daimler für nicht stark genug und hätten daher einen Hinweis auf Autopionier Carl Benz im Namen gefordert. Nach Einschätzung von Garel Rhys, Autoexperte an der Cardiff University in Wales, habe Daimler-Benz einen erfolgreichen Firmen-Zusammenschluss symbolisiert. „Außerdem hätte Janis Joplin wohl niemals gesungen: ,Oh Lord, won’t you buy me a Daimler‘“, fügt die Zeitung hinzu.

Die französische Wirtschaftszeitung » L'expansion schreibt, dass der wiedererstarkte Daimler-Konzern – abseits der 50 Millionen Euro schweren Umbenennung der Unternehmensgruppe – jetzt dafür sorgen müsse, gegenüber den Wettbewerbern BMW, Audi und Lexus bestehen zu können. Dies könne gelingen, indem sich die Stuttgarter auf die starke Marke Mercedes sowie die schweren LKW fokussierten, bei denen sie bereits weltführend seien. Daimler müsse außerdem das „Match der Qualität“ gewinnen, bei dem BMW die Führung übernommen habe. BMW habe viel Geld in die Zuverlässigkeit und Sicherheit seiner Autos investiert und gerade erst eine neue Strategie für Ende des Jahres angekündigt.

Für die » Süddeutsche Zeitung ist der Schritt zurück zum Namen Daimler „das späte Eingeständnis eines Scheiterns“. Konzernschmied Jürgen Schrempp sei es nicht gelungen, aus Daimler und Chrysler ein gemeinsames Unternehmen zu machen. „Bis zum letzten Tag waren die beiden Konzerne mit ihren unterschiedlichen Kulturen damit beschäftigt, sich gegenseitig abzustoßen.“ Die gestrige Entscheidung der Daimler-Aktionäre symbolisiere aber noch mehr: „Sie steht auch für den Abschied eines weiteren Dax-Unternehmens aus der Liga der führenden Weltkonzerne, in die heute nur noch Unternehmen wie Allianz, BASF, SAP und Siemens gehören.“

Die FAZ findet den Beifall für Zetsches Ankündigung, Daimler solle familienfreundlicher werden, bemerkenswert. „Schön ist aber, dass solche Themen überhaupt wieder zur Sprache kommen“, meint die FAZ. „Bisher war der Konzern ja mehr mit Krisenbewältigung denn mit Zukunftsgestaltung beschäftigt.“

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