Presseschau vom 5.5.2008
And the Winner Is: Google!

Die internationale Wirtschaftspresse versucht sich nach der geplatzten Übernahme von Yahoo durch Microsoft in Zukunftsszenarios für die Internetbranche. Das NRC Handelsblad erklärt, was die Niederlande mit Liechtenstein gemein haben. Die Tageszeitung aus Berlin deckt fragwürdige Praktiken der Asiatischen Entwicklungsbank auf. Fundstück: It’s the money, stupid!

„Yahoo wollte nie wirklich von Microsoft gekauft werden“, konstatiert das » Time Magazine – vermutet aber, dass auch auf Seiten Microsofts Geringschätzung im Spiel war: „Microsoft schien nie ehrliches Interesse an Yahoo als Unternehmen gehabt zu haben. Steve Ballmer selbst hat gesagt, Yahoo sei nicht die Strategie, sondern nur Teil der Strategie.“ Der Tatsache, dass Microsoft in seinen Übernahmebemühungen versagt habe, sei aber ein positiver Aspekt abzugewinnen: „Der Konzern wirkt nun weniger Furcht einflößend und gerissen als in den Tagen, als er der unumstrittene Titan der Technikwelt war.“

Die » Financial Times Deutschland gratuliert Steve Ballmer zum richtigen Schritt: „Der Konzern hat vermieden, sich in eine Idee festzurennen und dafür einen wirtschaftlich nicht zu rechtfertigenden Preis zu zahlen. Zumal der Erfolg der Übernahme eines widerwilligen Partners nicht abzusehen war.“ Dennoch stehe er nun unter Zugzwang: Um die Lücke zwischen Google und Microsoft ein gutes Stück zu schließen, müsse sich Ballmer auf die Suche nach weiteren Übernahmeobjekten machen. „Yahoo-Chef Yang mag sich zwar als Sieger fühlen, er ist es aber keinesfalls.“ Spätestens am heutigen Montag, wenn die Börse in New York öffne, dürften das die Yahoo-Aktionäre ähnlich sehen: Ihre Aktie werde zurecht einbrechen.

Die » Süddeutsche Zeitung ist überzeugt, dass Microsoft und Yahoo nach dem geplatzten Geschäft so erfolglos im Netz da stehen wie nie zuvor. „Auf lange Sicht kann sich das ‚Nein‘ als fatale Weichenstellung für die Zukunft von Microsoft erweisen. Das Geschäft im Internet ist heute wichtig und morgen entscheidend für den Erfolg des Softwarekonzerns. Allein schafft es Microsoft nicht, und ein anderer Partner ist nicht in Sicht.“ Yahoo dagegen erziele zwar Gewinn, aber mit abnehmenden Steigerungsraten – „und in der Summe lächerlich wenig im Vergleich zum Platzhirschen.“ Der Yahoo-Gründer Jerry Yang habe sein Unternehmen mit Preisen aus Erfolgstagen bewertet – und damit zu hoch gepokert. Fazit: Beide Unternehmen hätten womöglich ihre Zukunft verspielt.

Für die » FAZ ist Google eindeutiger Gewinner: „Eine mächtigere Anti-Google-Allianz als Microsofts Geld und Yahoos Popularität kann es nicht geben. Wenn Google zusätzlich noch die geplante Werbepartnerschaft mit Yahoo zustande bringt, ist der Triumph der Suchmaschine zunächst einmal perfekt.“ Doch das Rennen im Internet sei noch längst nicht entschieden. Jüngste Entwicklungen wie Web 2.0, Web 3.0, mobiles Marketing oder semantisches Internet setzten auch Google unter Erfolgsdruck. Und gerade weil das Geschäft von Microsoft vielfach bedroht sei, dürfe der Softwarekonzern nach dieser Schlappe nicht abgeschrieben werden. „Immerhin hat das Unternehmen 50 Milliarden Dollar übrig, die nun wohl sehr schnell investiert werden.“ So seien schon neue Übernahmekandidaten im Gespräch, wie Facebook, Myspace oder Digg.com. „Das Ende dieses Übernahmeversuchs ist also erst der Anfang einer Serie von Übernahmen und Partnerschaften im Internet.“

» All Things Digital, das Tech-Blog des Wall Street Journals, warnt Yahoo davor, in der Werbepartnerschaft mit Google jetzt die Rettung zu sehen. „Abgesehen von kartellrechtlichen Fragen, würde Yahoo mit diesem Deal eines seiner Hauptgeschäftsfelder – den Werbemarkt im Internet – in die Hände genau jener Firma geben, die Yahoos Chancen in diesem Bereich zunichte gemacht hat.“ Dieses Geschäftsfeld an Google outzusourcen käme dem Eingeständnis gleich, nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein. „Google ist einfach zu gut – und das war immer das Problem von Yahoo. Nun muss Yahoo diesen Nachteil in eine Tugend verwandeln.“

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