Presseschau vom 8.1.2008
Rückkehr ohne Schrecken

Die internationale Wirtschaftspresse analysiert das Engagement von Rupert Murdoch bei Premiere. Das Wall Street Journal hinterfragt den angeblich unmittelbar bevorstehenden Wechsel an der Spitze von Bear Stearns. Fortune fürchtet sich nicht vor einem 100-Dollar-plus-Ölpreis, während Les Echos vor den fatalen Folgen eines Konsumeinbruchs in den USA warnt. Fundstück: Pinker Retter in der Not.

Die » Financial Times Deutschland kommentiert skeptisch die Erfolgsaussichten des Engagements von Medienmogul Rupert Murdoch beim deutschen Bezahlsender Premiere. Anders als in England oder Italien sei Pay-TV in Deutschland nie aus der Nische herausgekommen. "Die meisten Deutschen sehen bislang keinen Grund, neben der ohnehin fälligen Rundfunkgebühr noch ein spezielles Fernseh-Abo zu bezahlen." Gleichwohl attestiert die FTD: "Wenn überhaupt einer dieses Geschäft in Deutschland noch zum Erfolg führen kann, dann am ehesten Murdoch." Er bringe neben dem Kapital und den Erfahrungen auch den Unternehmergeist mit, der für die Erfindung eines auch in Deutschland tragfähigen Geschäftsmodells notwendig sein werde. Fazit: "Einfach wird eine Expansion in keinem Fall. Und zu medienpolitischen Schreckensszenarien gibt diese Rückkehr Murdochs erst recht keinen Anlass."

Das US-Magazin » Forbes vermutet, dass Murdochs Sohn James maßgeblich am neuerlichen Deutschland-Engagement beteiligt war - im Dezember habe News Corp. angekündigt, dass James Murdoch als Chief Executive für die Aktivitäten in Europa und Asien zuständig ist; in der Branche werde vermutet, dass Murdochs Sohn einmal die Nachfolge an der Spitze des Medienunternehmens antreten werde.

"Schon bald dürfte er seinen TV-Besitz ausweiten - und neue Deals machen", blickt die » Süddeutsche Zeitung in Murdochs Zukunft. Und zitiert aus Murdochs Presse-Erklärung vom gestrigen Montag: "Wir sehen noch großes Potential im deutschen Pay-TV-Markt". Ohne Konflikte werde die Deutschland-Tour des US-Medienmoguls jedoch nicht verlaufen: "Murdochs Meinung über Kirchs Hauptmanager Dieter Hahn, der derzeit an einem Comeback arbeitet und die Fußball-Bundesliga vermarkten will, ist offenbar von einer tiefen Skepsis geprägt. Beobachter halten es deshalb für Möglich, dass Murdochs Leute direkt der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ein Angebot für die TV-Rechte machen könnten. Und dass er andere Medienfirmen - wie zum Beispiel Constantin Film - kaufen würde".

Der » Wiesbadener Kurier erinnert an die schlechten Erfahrungen Murdochs in Deutschland: Auf den Ärger und Spott wegen seines Engagements bei Vox und dem Frauensender TM3 mit der Champions League sei 2002 die Pleite beim Pay-TV-Sender Premiere gefolgt. Dieses Mal seien die Voraussetzungen jedoch erheblich besser. Auch inhaltlich habe es Veränderungen gegeben: Premiere habe den Jugendkanal Giga übernommen und steige damit erstmals ins frei empfangbare Fernsehen ein. "Ein cleverer Schachzug, um mit Lifestyle-Themen und Spielen junge Zielgruppen zu erreichen. Zudem soll der Kanal eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung sowie der Verschmelzung von TV und Internet spielen."

Seite 1:

Rückkehr ohne Schrecken

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%