Presseschau von 10.4.2008
Zusammen ist man weniger allein

Die internationale Wirtschaftspresse verfolgt den sich zuspitzenden Kampf um die Übernahme von Yahoo, bei dem sich neue Allianzen bilden. Die Welt glaubt, dass die OECD-Empfehlungen in Deutschland verhallen. Cinco Días fordert eine Öffnung des spanischen Textilsektors. Die Japan Times übt heftige Kritik am indischen Haushalt. Fundstück: Burger für alle!

Das » Wall Street Journal berichtet exklusiv, dass sich der Kampf um die Übernahme von Yahoo zuspitzt: Demnach sind Yahoo und AOL (gehört zu Time Warner Inc.) kurz davor, einen Vertrag über die Zusammenlegung ihrer Internet-Geschäfte abzuschließen – um so den Plan von Microsoft, Yahoo zu übernehmen, zu torpedieren oder zumindest das Angebot in die Höhe zu treiben. Microsoft hingegen haben seinen „Angriffsplan“ nachgearbeitet und wolle mit News Corp. ein gemeinsames Angebot für Yahoo abgeben – anschließend würden drei der größten Internet-Angebote, MySpace von News Corp., MSN von Microsoft sowie Yahoo, fusionieren. Nach Einschätzung des WSJ würde eine solche Dreierallianz jedoch die Komplexität der Integration erhöhen: Die Computersysteme müssten kombiniert, das Management rationalisiert und eine Markenstrategie entworfen werden. Außerdem könnte es schwierig werden, die Yahoo-Aktionäre von diesem Szenario zu überzeugen. Eine Allianz von AOL und Yahoo würde demgegenüber zwar vermutlich von den Yahoo-Anteilseignern abgenickt, nicht jedoch von den Time Warner-Aktionären.

„Jeder der möglichen Deals führte zu einem Integrations-Alptraum“, schreibt » Techcrunch.com. Andererseits würde eine Allianz aus Microsoft, MySpace und Yahoo hinsichtlich Zugriffszahlen und Anzeigen-Volumen eine so große Einheit schaffen, dass die Integrationsprobleme sekundär wären. „Die Chance, dass ein solcher Deal durchgeht, sind jedoch gering. Am wahrscheinlichsten ist weiterhin, dass Microsoft Yahoo kauft und dass das alles Stoff für die Übernahmeverhandlungen ist.“

Die » New York Times kommentiert die Ankündigung von Yahoo, zwei Wochen lang die Such-Anzeigen von Google auf den eigenen Seiten testen zu wollen. Hintergrund einer möglichen langfristigen Kooperation sei, dass Yahoo zwar der zweitgrößte Verkäufer von Suchanzeigen sei, aber pro Klick wesentlich weniger verdiene als Google – in den USA liege der Umsatz bei den Web-Suchen 60 bis 70 Prozent unter dem des Rivalen. „Wenn Yahoo die kurzfristigen Umsätze verbessern möchte, könnte die Firma versucht sein, zu Googles lukrativerem Suchanzeigen-System zu wechseln“, schreibt das Blatt. Das größte Hindernis sei jedoch wettbewerbsrechtlicher Natur: 90 Prozent des Suchanzeigen-Marktes würden so in eine Hand gelegt. Eine Alternative, über die Yahoo und Google derzeit diskutierten, bestehe daher darin, dass Yahoo seinen Anzeigen-Marktplatz öffnet und die eigenen Suchanzeigen je nach Gebot an Google und Microsoft vergibt.

» Huffington Post glaubt, dass eine Such-Allianz von Google und Yahoo bei Microsoft für große Unruhe sorgen würde. „Die Firma wird sofort zum Kartellamt rennen und schreien, dass die Partnerschaft schlecht sei für den Kapitalismus, die Kunden und die Innovation usw..“ Die eigentliche Furcht von Microsoft bestehe jedoch darin, dass das eigene Suchanzeigen-Angebot durch eine Allianz der Wettbewerber „bis in alle Ewigkeiten irrelevant“ würde. „Wenn Yahoo und Google auf eine Kooperation zustreben, ist die Übernahme von Yahoo für Microsoft wichtiger denn je – und sei es nur, um dann Google als Suchpartner von Yahoo wieder feuern zu können.“ Dieses Szenario könnte letztlich dazu führen, dass Microsoft sein Angebot auf mindestens 35 Dollar je Aktie erhöhen müsse.

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