Presseschau von 23.5.2008
Zusammen ist man weniger allein

Die Wirtschaftspresse analysiert den Konsolidierungsprozess auf dem deutschen Bankenmarkt, der durch eine Übernahme der Postbank durch Allianz und Commerzbank forciert würde. Die Times ermutigt Nicolas Sarkozy, trotz Streiks nicht umzukippen. Wired porträtiert den „bösen Jungen“ im japanischen Internet. Fundstück: Teures Surfen während der Arbeit.

Das » Manager Magazin berichtet, dass die Allianz und die Commerzbank ein Angebot für die Postbank im Volumen von rund zehn Milliarden Euro abgegeben haben. Gemeinsam wollten der größte deutsche Versicherungskonzern und das zweitgrößte Kreditinstitut des Landes mit der Allianz-Tochter Dresdner Bank, der Commerz- und der Postbank einen neuen nationalen Bankenchampion aufbauen. Die Offerte sei ein unverbindliches Angebot, das Grundlage für weitere Sondierungsgespräche zwischen den drei Instituten sein solle.

Die » Welt schreibt, die Meldung vom Angebot von Allianz und Commerzbank für die Postbank sei „in informierten Kreisen“ klar dementiert worden. Gleichwohl dächten sowohl die Allianz als auch die Commerzbank grundsätzlich über die Konstruktion nach. „Die Commerzbank ist das zweitgrößte Institut Deutschlands, im internationalen Vergleich allerdings klein. Die Postbank mit ihren 15 Mio. Kunden wäre eine Chance, Marktanteile dazu zu gewinnen“, analysiert die Welt die Ausgangssituation. Da es bei der Commerzbank Zweifel gebe, ob sie die Milliardenübernahme alleine stemmen könnte, sei die Allianz als Partner willkommen. Die Allianz wiederum suche nach einer Lösung für seine Tochter Dresdner Bank und könnte mit der Postbank auch den Vertrieb für Versicherungspolicen ausbauen. Im Umfeld der Deutschen Post hat die Welt recherchiert, dass in dieser und der nächsten Woche Gebote von mehreren Banken für die Postbank eingehen werden; eine offizielle Ausschreibung solle es aber erst im Sommer geben.

Die Süddeutsche Zeitung rekapituliert die Hauptversammlung der Allianz am Mittwoch, wo Konzernchef Michael Diekmann eingeräumt habe, dass man an einer Lösung für die angeschlagene Tochter Dresdner Bank arbeite. Damit habe der Allianz-Chef den Startschuss für den seit langem erwarteten Konsolidierungsprozess auf dem deutschen Bankenmarkt gegeben. „Die Beteiligten haben nicht viel Zeit: Gerade die Finanzkrise ist es, die den Konsolidierungsdruck unter deutschen Banken anheizt. Je mehr die Krise irgendwann wieder abebbt, desto behäbiger dürften die Übernahmestrategen in Deutschlands großen Bankhäusern wieder werden“, meinen die Münchner. Hintergrund der Fusionsbedürfnisse: In Deutschland gebe es mehr als 2000 Kreditinstitute; gemessen an ihrer Bilanzsumme machten private Geschäftsbanken gerade einmal 30 Prozent des Marktes aus. „Verdienen lässt sich in solch einem Umfeld nicht viel.“

Die » Zeit untersucht die Rolle der Allianz bei der Neuordnung der deutschen Banken-Landschaft. „Jahrelang haben die Münchener versucht, den Vertrieb von Bank- und Versicherungsprodukten an Privatkunden unter einem Dach zu vereinen. Doch der Traum vom schlagkräftigen Allfinanzkonzern ging trotz jahrelanger Umbaumaßnahmen nicht in Erfüllung. Zu unterschiedlich sind offenbar die Welten, in denen die kühl kalkulierenden Banker und die eher hemdsärmeligen Versicherungsverkäufer leben“, blicken die Hamburger zurück. Die Dresdner Bank sei im Großkunden- und Investmentbanking zu unbedeutend, um im internationalen Geschäft vorne mitspielen zu können – dies könne unter den nationalen Instituten allein die Deutsche Bank; hinzu komme, dass für solide Erträge im Privatkundengeschäft die Masse zähle, und hier könne die Dresdner Bank mit 6,5 Millionen Kunden nur ein Drittel des Allianz-Kundenstamms in die Waagschale werfen.

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