Presseschau von 24.4.2008
Abschied von der Weltbühne

Die internationale Wirtschaftspresse bilanziert die Generalversammlung der UBS und zweifelt an der neuen Strategie der Schweizer Großbank. Die Financial Times Deutschland kritisiert die Pläne der Deutschen Bahn, TUI zu übernehmen. Der Guardian fordert, dass endlich Köpfe rollen bei der Royal Bank of Scotland. Fundstück: Navi auf Abwegen.

Die » Neue Zürcher Zeitung rekapituliert die gestrige Generalversammlung der UBS, auf der Konzernchef Marcel Rohner eine Analyse der Krise abgeliefert habe. Der „zentrale Überlegungsfehler“ der UBS-Verantwortlichen habe darin bestanden, die im Private Banking verdienten Gelder zu falschen Konditionen „von wachstumshungrigen und überbezahlten Investment Bankern“ in vermeintlich absolut sichere US-Hypotheken-Papiere anlegen zu lassen – was CEO Rohner zu Recht als falschen Weg kritisiert habe. „Quersubventionierung hat in einer Bank, die für sich in Anspruch nimmt, ihren Kunden einen Top-Service zu bieten, keinen Platz.“ In den kommenden Monaten müsse die erneuerte Konzernspitze vor allem glaubwürdig aufzeigen, dass Geschäfte im Investment Banking korrekt mit Risikokapital unterlegt werden. „Vabanquespiele auf Kosten des Private Banking müssen aufhören.“

» Fortune entwirft ein düsteres Zukunftsszenario der Schweizer Bank. Unabhängig davon, ob die UBS die Empfehlung des früheren Präsidenten Luqman Arnold, das Investment Banking vom weiterhin profitablen Private Banking und der Vermögensverwaltung abzuspalten, folgen werde, sei der Schaden riesig: Da die Bank, wie von Rohner angekündigt, ihr Portfolio im Investmentbanking einschränken werde, könne sie nicht mehr mit Banken wie Goldman Sachs konkurrieren, die Hunderte Produktlinien weltweit anbieten. Fazit: Die UBS kehre in die Zeit vor der Aufhebung des Glass-Steagall-Gesetzes vor, das den Banken 1933 verbot, sich an Börsengeschäften zu beteiligen.

Auch das » Wall Street Journal ist von der neuen Strategie der Schweizer nicht überzeugt. Indem der Fokus künftig wieder auf Private statt Investment Banking gelegt werde, könnten die Kosten zwar gemindert werden. „Das Risiko besteht aber darin, dass die UBS am Ende zwischen zwei Stühlen sitzt.“ Kurzfristig würden die Investment Banker im Haus zwar nicht die Seiten wechseln, mittelfristig jedoch schon, sollten sie das Gefühl haben, für das „ungeliebte Hinterteil“ des Konzerns zu arbeiten. Auch hinsichtlich Corporate Governance sei die Strategie halbherzig. Zwar habe die UBS angekündigt, das umstrittene Chairmans Office, das dreiköpfige, von Ospel angeführte Präsidium, abzuschaffen. Gleichwohl bleibe Stephan Haeringer, der Teil des alten Chairmans Office gewesen sei, in führender Position im Amt.

Seite 1:

Abschied von der Weltbühne

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%