Presseschau von 4.4.2008
Banken aller Länder vereinigt Euch!

Nachdem WestLB und BayernLB in dieser Woche Wertberichtigungen in Milliardenhöhe verkündet haben, plädiert die Wirtschaftspresse für eine radikale Neuordnung der Landesbanken. Laut Les Echos liegt der Porsche-Clan bei der Kraftprobe mit der Familie Piëch in Front. China Daily hat Angst vor dem Abschwung. Fundstück: Schluss mit peinlichen Pupsen.

Es sei jetzt allerhöchste Zeit, die seit Langem fällige radikale Neuordnung der Landesbanken zu forcieren, meint die » Financial Times Deutschland. „Auch und gerade wenn sich abzeichnet, dass die Altlasten dieser teilweise staatseigenen Institute für den Staatshaushalt noch teuer werden können.“ Das Modell der von der WestLB gegründeten Zweckgesellschaft, in die alle Risiken aus den missratenen Geschäften mit strukturierten Wertpapieren ausgelagert werden, gebe den Instituten Handlungsspielraum zurück – aber dieser Spielraum müsse nun auch zügig genutzt werden, um die Banken durch Fusionen dauerhaft überlebensfähig zu machen. „Denn das Grundproblem bleibt ja: Den deutschen Landesbanken fehlt heute ein tragfähiges Geschäftsmodell. Das macht sie höchst anfällig dafür, auf der Suche nach Gewinnen riskante Abwege einzuschlagen.“

Die Süddeutsche Zeitung befürchtet, dass der über der WestLB und BayernLB aufgespannte „Rettungsschirm“, für den am Ende der Steuerzahler aufkommen müsse, die Banker zu voreiligen Schlüssen verleiten könnte: dass der Schirm immer und überall aufgespannt werde – egal, was passiere. „Daher sollte mit den Hilfen eine klare Botschaft einhergehen: Einmal noch – und nie wieder. Die Landesbanken müssen ihr Geschäftsmodell nachhaltig ändern und für ihre Probleme in Zukunft selbst aufkommen“, fordern die Münchner.

Die » Zeit begrüßt den hinter den Kulissen des bayerischen Finanzministeriums erörterten Zusammenschluss der BayernLB mit der Landesbank Baden-Württemberg. „Das wäre ein erster Schritt in Richtung einer Bereinigung des Landesbankensektors. Dessen Grundproblem ist es, dass es in Deutschland zu viele Landesbanken gibt.“ Diese seien die hochspekulativen Transaktionen vor allem deshalb eingegangen, weil es in der Branche wegen der massiven Überkapazitäten auf regulärem Weg kaum noch Geld zu verdienen gebe.

Die » Neue Zürcher Zeitung analysiert, dass die politisch vorgegebenen Geschäftsmodelle der Landesbanken auf wackeligen Beinen stünden. „Als Zentralinstitut für die ihr im Bundesland angeschlossenen Sparkassen – das Filialgeschäft obliegt in der Regel Letzteren – und Hausbank des Staates lässt sich offenbar nicht genug Geld verdienen. Also haben Landesbanken gross in Kreditderivate investiert oder sich als Arrangeur von Zweckgesellschaften versucht.“ Die Konsequenz sei nun, dass die Landesbanken „am Rockzipfel des Staates“ hingen und ihre Risiken beim Steuerzahler „entsorgt“ würden.

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