Presseschau von 6.2.2008
Wall Street wählt Hillary

Während die Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahlen am Super Tuesday um eine Vorentscheidung ringen, untersucht die internationale Wirtschaftspresse den Einfluss der Wirtschaft auf die Wahlen. Le Figaro ist beeindruckt von Jérôme Kerviels erstem öffentlichen Interview. Der Independent bangt um die Zukunft von Northern Rock. Fundstück: Seife für Chuck Norris.

Wen wählt die Wall Street, fragt die » New York Times und untersucht die Spenden von Mitarbeitern der größten New Yorker Finanzinstitute im vierten Quartal 2007. Demnach hat Hillary Clinton am meisten Geld an der Wall Street eingesammelt (388.391 Dollar, allein Lehman Brothers habe 113.320 Dollar gespendet), gefolgt vom Republikaner Mitt Romney (293.750 Dollar) und dem Clinton-Rivalen Barack Obama (251.860 Dollar). Das Ergebnis habe sich gegenüber den ersten beiden Quartalen 2007 gewandelt, als Obama in Führung gelegen habe. Anders als die Mitarbeiter der Finanzinstitute unterstützten Vertreter von Private-Equity-Firmen besonders Mitt Romney, den früheren Chef von Bain Capital (85.150 Dollar im vierten Quartal).

» BusinessWeek überprüft die Annahme, dass die Demokraten per se vom möglichen Abschwung der US-Wirtschaft in den USA profitierten. Hintergrund: In wirschaftlich schwierigen Zeiten seien die Herausforderer-Parteien der amtierenden Präsidenten stets im Vorteil gewesen - etwa beim Sieg von Ronald Reagan über Jimmy Carter 1980 oder von Bill Clinton über George H.W. Bush. Nach Einschätzung von Politilogen sei die Ausgangssituation in diesem Jahr jedoch anders. Die Krise im Irak und andere Konfliktherde der Außenpolitik könnten die innere Sicherheit zum dominierenden Thema des Wahlkampfes machen. Hinzu komme, dass sowohl die radikale Leitzinssenkung der US-Notenbank als auch das 150 Milliarden Dollar schwere Konjunkturpaket der Regierung die Wirtschaftskrise bis zum Herbst entspannen könnten.

Die » National Post aus Kanada geht davon aus, dass Wirtschaftsthemen den Ausschlag bei der US-Wahl geben werden, sollte die Wirtschaft in eine Rezession driften. Dabei seien schlechte Wirtschaftsnachrichten gut für Hillary Clinton und Mitt Romney - und schlecht für Barack Obama und John McCain. Clinton genieße wegen ihrer bodenständigen Reden den Rückhalt bei den Gewerkschaften. "In schwierigen Zeiten könnte Obamas Großartigkeit weniger inspirierend wirken als das praktische Wissen von Hillary", vermutet das Blatt. Bei den Republikanern habe John McCain wiederholt eingeräumt, nicht viel von Wirtschaft zu verstehen - McCains Unsicherheit bei "Geldbörsen-Themen" sei in einem Rezessionsjahr ein allzugroßer Kontrast zur "Virtuosität" von Mitt Romney.

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