Presseschau von 6.3.2008
Endspurt für Obamanauten und Clintoniten

Die internationale Wirtschaftspresse glaubt, dass wirtschaftspolitische Themen das Rennen zwischen Obama und Clinton entscheiden. Fortune sorgt sich um Apple. Die Tageszeitung befürchtet den nächsten Gaskrieg. Les Echos kritisiert den Aktionismus von Nicolas Sarkozy. Fundstück: Nikolaus soll Börse beflügeln.

Die » Washington Post blickt auf die Themen, mit denen Clinton und Obama in den kommenden Wochen versuchen werden, Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Dazu zählten neben der Außenpolitik und dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta) auch die Pläne der Kandidaten, die „fiskalische Disziplin“ im Land wiederherzustellen. Beide Kandidaten wollten die von Bush eingeführten Steuererleichtungen, von denen die Reichsten Amerikas profitierten, zurücknehmen, die restlichen Programme jedoch beibehalten. Dies würde rund 900 Milliarden Dollar in den kommenden zehn Jahren kosten, weitere 80 Milliarden Dollar pro Jahr wolle Obama für Steuersenkungen in der Mittelklasse und bei Rentnern ausgeben. Das eingesparte Geld solle nach den Vorstellungen beider Kandidaten jedoch nicht in den maroden Haushalt fließen, sondern für neue Ausgaben bereitgestellt werden, im Gesundheits- sowie Bildungssystem.

Das » Wall Street Journal macht sich Sorgen darüber, dass ein demokratischer Präsident den protektionistischen Tendenzen in den USA Vorschub leisten könnte. Sowohl Clinton als auch Obama hätten Kritik am Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta) geäußert. „Der Handel ist nicht die Gefahr, die Clinton und Obama anführen. Er ist der Hauptgrund, warum amerikanische Arbeiter zu den produktivsten und reichsten der Welt gehören. Eine Wirtschaft, die für den Handel offen ist, ist eine Wirtschaft, die frei genug ist, um in einer veränderten Welt florieren zu können“, hält das Blatt dagegen. Statt zu versuchen, sich von der Welt abzuschotten, argumentiert die Zeitung, müsse die nächste Regierung dafür sorgen, dass amerikanische Arbeiter in der „Wirtschaft des Wissens“ bestehen könnten – indem das Bildungssystem und die Mobilität der Arbeiter verbessert werde.

Das US-Magazin » The New Republic vergleicht den wirtschaftspolitischen Wahlkampf von Barack Obama mit dem von Bill Clinton seinerzeit. Zwar seien unter den Barack-Beratern ebenso viele „hochqualifizierte Erfolgstypen“ wie damals im Clinton-Lager. Gleichwohl seien die inhaltlichen Unterschiede immens. Während sich Clinton gerne mit in der Öffentlichkeit bekannten Intellektuellen umgeben habe, seien unter den „Obamanauten“ keine politischen Philosophen, sondern erstklassige Ökonomen, darunter etwa der renommierte Steuerexperte Austan Goolsbee. Während die „Clintoniten“ ideologisch geprägt gewesen seien, seien die Obamanauten dezidiert anti-ideologisch – sie könnten mit ideologischer Vielfalt ebenso gut umgehen wie die Kandidaten, die sie beraten. Anders als Clinton, der bei seiner Wirtschaftspolitik deduktiv vorgegangen sei – wie lassen sich „revolutionäre Ideen“ in der Praxis umsetzen? –, gehe Obama zudem induktiv vor: Er leite aus konkreten Analysen der „realen Welt“ Vorschläge ab.

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