Presseschau von 8.2.2008
Keine Entwarnung für Deutsche Bank

Die internationale Wirtschaftspresse freut sich über die neue Strategie und ärgert sich über die Haarspalterei der Europäischen Zentralbank. Für die Deutsche Bank gibt es trotz guter Zahlen keine Entwarnung. BusinessWeek analysiert, dass die Microsoft-Pläne AOL in die Google-Arme treiben. Fundstück: Jedis sollen Yahoo helfen.

» L'Expansion kommentiert die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Leitzinssatz bei vier Prozent zu belassen: „Die Bank wurde offenbar von der Sorge vor sinkenden Wachstumsraten in Europa eingeholt.“ So habe EZB-Chef Jean-Claude Trichet zwar bekräftigt, dass die europäische Wirtschaftszone grundlegend gesund sei, doch seien die Ängste vor einem Rückgang derzeit ungewöhnlich groß.

„Frankfurt hat damit der Gefahr, die von der aktuellen Finanzkrise für die europäische Konjunktur ausgeht, Rechnung getragen“, meint das französische Wirtschaftsblatt. Offenbar habe sich in der europäischen Geldpolitik ein Wandel vollzogen, es gehe nicht mehr um Neutralität, sondern darum, mittelfristig stabile Preise zu garantieren. Die Crédit Agricole rechne dennoch mit Leitzinssenkungen in 2008, möglicherweise um 50 Punkte auf 3,5 Prozent.

Die » Financial Times Deutschland begrüßt den Strategiewandel der EZB, die nicht mehr nur von möglichen Zinserhöhungen rede, sondern sich jetzt erst einmal alle Optionen offenhalte, eine monetäre Lockerung ebenso wie die Straffung. „Denn neben Inflationsgefahren zeichnet sich immer deutlicher auch ein Konjunkturrisiko in Europa ab. Bricht das Wachstum tatsächlich ein, wird auch der Druck auf die Preise sehr rasch nachlassen. Die EZB muss auf diesen Fall vorbereitet sein – und bei Bedarf schnell handeln“, fordert das Blatt. Dass sich die Zentralbanker zuletzt ausschließlich auf das Inflationsrisiko konzentriert hätten, sei angesichts der „immer deutlicheren Warnsignale für die Konjunktur“ eine „gefährliche Einäugigkeit gewesen. „Die EZB braucht in so unsicherer Lage allen Handlungsspielraum. Es ist gut, dass sie endlich ihre bisherige Ecke verlassen hat.“

Das Festhalten am Zinssatz findet das » Financieele Dagblad aus den Niederlanden „keine Überraschung“, es ist vielmehr enttäuscht über die Sprachlosigkeit der EZB: „Der Markt hatte schon auf eine Erklärung gehofft, in der eine baldige Senkung angekündigt wird“. Auf Trichets Worte von der Inflationsbekämpfung folgten Kurssenkungen, allen voran verlor der AEX 2,6 Prozent. „Die Anzahl steigender Werte konnte man an einer Hand abzählen“, so das Blatt. Die anhaltende Sorge um die amerikanische Wirtschaft habe den Tag beherrscht und die Stimmung gedrückt.

» Expansión mokiert sich über die „Haarspalterei“ der EZB. Im Januar habe man noch von einem „starken Inflationsdruck“ gesprochen, jetzt nur noch von „Inflationsdruck“. Die Auswirkung der Finanzkrise auf das Wachstum sei im Januar als „unsicher“ bezeichnet worden, jetzt als „außerordentlich unsicher“. Damit habe die EZB den „Grad ihrer Besorgnis“ in Bezug auf das Wachstum erhöht. Nach der gestrigen Mitteilung gingen Analysten nun von einer Zinssenkung aus. Aber diejenigen, die eine Zinssenkung schon im April für wahrscheinlich halten, seien wohl eher die „Abenteurer“ unter den Analysten.

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