Presseschau von 8.5.2008
An die Wand geflogen

Die internationale Wirtschaftspresse kommentiert den gescheiterten Versuch von EADS, mehrere Airbus-Werke in Frankreich zu verkaufen. Die Süddeutsche Zeitung zeigt kein Mitleid mit Tui. Barrons.com denkt über die Post-Buffett-Ära bei Berkshire Hathaway nach. Fundstück: Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat den schönsten Bart im Silicon-Land?

Nachdem der Verkauf dreier Airbus-Werke in Deutschland und jetzt auch zweier französischer Fabriken gescheitert sind, schreibt die » Frankfurter Rundschau, dass EADS und Airbus offiziell zwar so täten, als sei nichts Dramatisches geschehen. „In Wahrheit aber ist die Operation Power 8 mit den jetzt endgültig gescheiterten Werksverkäufen grandios an die Wand geflogen.“ Das Zentralelement aller Sanierungspläne sei herausgebrochen; dies bedeute im Wettkampf mit dem US-Erzrivalen Boeing zusätzliche Kostennachteile von rund zwei Milliarden Euro pro Jahr. Noch wichtiger seien angesichts übervoller Auftragsbücher jedoch die bei weitem nicht ausgestandenen Mängel beim Bau der Schlüsselprojekte A 380 und A 350. „Das hat notgedrungen Vorrang. Eine Herkulesaufgabe mit ungewissem Ausgang“.

» BusinessWeek zitiert einen ABN Amro-Analysten, die vermutet, dass Airbus nach den bislang gescheiterten Werksverkäufen nun „brutale, radikale Maßnahmen“ zur Kostensenkung einleiten werde. Hinzu kämen die möglichen Vertragsstrafen wegen neuerlicher Lieferverzögerungen beim A 380. Diese verblassten jedoch gegenüber den Verlusten durch den schwachen Dollar – dass der Euro 20 Cent gegenüber der US-Währung gewonnen habe, bedeute laut ABN Amro, dass Airbus zusätzliche drei Milliarden Euro einsparen müsse, um im Plan zu bleiben. Allerdings sei es mit Kostensenkungen nicht getan, meint das Magazin. Fast sicher sei, dass Produktionsvereinbarungen für bereits existierende Flieger wie die Modelle A 320 und A 330 verändert würden; außerdem könnten Verträge mit Zulieferern neu ausgehandelt werden, was zur Verlagerung von Jobs von Europa in Billiglohn-Länder führen könnte.

» La Tribune aus Frankreich interviewt Francois Junca, den Chef des französischen Zulieferers Latécoère, der die französischen Fabriken in Méaulte und Saint Nazaire Ville kaufen wollte. Latécoère hätte – da zu klein für den Werkskauf – die Voraussetzungen einer Kapitalerhöhung um 300 Millionen Euro erfüllen können, da die Staatsbank CDC sowie ausländische Investoren ihre Unterstützung zugesichert hätten. „Die Entscheidung von Airbus beraubt Frankreich der Möglichkeit, sich als ein Weltmarktführer im Flugzeugbau zu positionieren“, klagt der Konzernchef. Latécoère werde jetzt die Produktion von Flugzeugteilen ins Ausland verlagern, während Airbus weiter Risikopartner in der Dollarzone suchen werde.

Seite 1:

An die Wand geflogen

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%