Presseschau von 9.5.2008
Weltweite Ohnmacht

Die internationale Wirtschaftspresse sucht nach Auswegen aus dem Inflations-Labyrinth. Für den Stern ist der Wechsel von Transnet-Chef Norbert Hansen zur Bahn eine Form deutscher Korruption. Die Times vergleicht die maschinengleichen, visionslosen und persönlichkeitsarmen Politiker Gordon Brown und Hillary Clinton. Fundstück: Verhütung griffbereit.

» Huffington Post macht die niedrigen Leitzinsen als Hauptursache der steigenden Nahrungsmittelpreise und der Inflation aus. Das „systematische Problem“ der derzeitigen Krise sei die Unfähigkeit von US-amerikanischen sowie weiteren Zentralbanken weltweit, den Preis des Geldes durch Angebot und Nachfrage des Marktes selbst festlegen zu lassen, statt durch das „billiges Geld liebende Politbüro des US-Federal Open Market Committee (FOMC).“ Wären die Leitzinsen vom Markt selbst bestimmt worden, argumentiert die Online-Zeitung, hätten die geplatzten Dot-Com- und später Immobilien-Blasen sowie zuletzt der landwirtschaftliche Boom – das Platzen stehe hier noch aus – die Rohstoffmärkte nicht anschwellen lassen, wie es derzeit der Fall sei.

» China Daily sucht nach Lösungen der Inflations-Probleme, die weltweit durch steigende Benzin- und Nahrungsmittelpreise ausgelöst würden. In dieser Situation sei es wichtig, so schnell wie möglich gegenzusteuern, da man sich vielerorts noch nicht bewusst sei, dass dies der Beginn eines lang anhaltenden, turbulenten Inflations-Zyklus' sein könnte. „Alternative Energien zu entwickeln und mehr Bäume zu pflanzen, dauert sein Zeit. Und in beiden Bereichen brauchen Unternehmer genügend Fördermittel, um neue Lösungen zu entwerfen“, schreibt die in Peking ansässige Zeitung. Um die Balance von Energie- und Nahrungsmittel-Angebot wiederherzustellen, müssten außerdem das Preis-Niveau von Ackerland erhöht sowie die Infrastruktur des öffentlichen Personenverkehrs verbessert werden. „Die Regierung sollte der Bevölkerung nicht versprechen, dass sie die Preissteigerungen ohne weiteres beenden kann, denn das kann keine Regierung der Welt.“

Der » Independent betreibt Schadensbegrenzung: Im Vergleich zu ärmeren Ländern seien die Inflations-Probleme in den hochentwickelten Ländern einfacher zu managen. Gleichwohl müsse man sich darauf einstellen, dass die negativen Auswirkungen auf den Lebensstandard länger anhielten als die meisten offiziellen Vorausseher betonten. Großbritannien sei bei der Krisenbewältigung wegen des großen Haushaltsdefizits und Schuldenbergs im Vergleich mit anderen westlichen Ländern im Nachteil. Jetzt müsse der Biobenzin-Trend erst einmal gestoppt werden, bis neue Anbaumethoden gefunden werden; außerdem müssten Handelsschranken weltweit abgebaut und die Unterstützungen für Bauern erhöht werden, damit diese das Nahrungsmittel-Angebot ausweiten könnten. „Wir müssen aber ehrlich sein. Das ist kein kurzfristiges Problem. Die weiterhin wachsende Weltbevölkerung mit Energie zu versorgen, wird das Problem für eine oder mehrere Generationen sein“, blickt das Blatt voraus.

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