Presseschau
Wünsche an die Fed

Die internationale Wirtschaftspresse erteilt der US-Notenbank Fed für ihre Sitzung am morgigen Dienstag Ratschläge zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Die Financial Times wettert gegen die Konstrukteure von Basel III. Die Süddeutsche kommentiert den jüngsten Coup von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Les Echos attestiert Google Dampfwalzen-Potenzial. Fundstück: Büroromanzen sind ein Opfer der Rezession.
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„Kann uns die Fed einen Grund zur Freude liefern?“, fragt die New York Times mit Blick auf die Sitzung des Federal Open Market Committee am morgigen Dienstag. Die Weltwirtschaft brauche Hilfe, insbesondere die US-Wirtschaft, die derzeit stagniere. Mit ihrem Kernaufgabenfeld Währungspolitik könne die US-Notenbank zwar wenig für Wachstum und Expansion tun. Sie habe Geld in den Markt gepumpt, doch das habe bislang nicht zu mehr Konsum geführt, die US-Bürger glaubten, mehr sparen zu müssen. „Das eröffnet der Fed aber eine Möglichkeit: Sie könnte ankündigen, die Inflation hochtreiben zu wollen.“ Wenn sie solange Geld zur Verfügung stellt, bis die Preise einen Anstieg von drei Prozent fürs Jahr erreichten, würden die Verbraucher wieder beginnen, Geld auszugeben. Die Herausforderung sei, dies glaubwürdig zu vermitteln: „Wenn keiner die Fed ernst nähme in diesem Ansinnen, würden auch Konsum und Beschäftigungsverhältnisse nicht zunehmen.“ Funktionieren könne das nur, wenn die Fed mutig wäre - und die Welt ihr glaubte.

„Die Fed hat es in der Hand, den Aktienmarkt in dieser Woche endlich über seinen Vier-Monats-Kursbereich hinauszubringen“, glaubt die International Business Times aus New York. „Investoren sehen das Treffen des Federal Open Market Committee als Wendepunkt für die Börsen.“ Ausschlag gebend sei ihre Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Wenn sie es schaffe, nur einen Schimmer Hoffnung zu verbreiten, „nur ein klein wenig Enthusiasmus“, könnte dies als „Katalysator für eine Aufwärtsbewegung nach oben“ dienen. Fed-Chef Ben Bernanke habe im August gesagt, dass er die Währungsbedingungen nur ändern würde, wenn es eine signifikante Verschlechterung in der Wirtschaft gebe. „Doch eine Bewegung seitens der Fed würde nicht als schlechtes Anzeichen gewertet, sondern als Beweis dafür, dass die Fed umsichtig handelt, um die Erholung der Wirtschaft voranzutreiben.“

„Die jüngsten Zahlen über eine bescheidene, positive Entwicklung könnten die Fed dazu verleiten, keine weiteren Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft zu ergreifen und weitere sechs Wochen abzuwarten“, befürchtet das Wirtschaftsportal Daily Finance. Experten aber deuteten die Zahlen als „moderates Wachstum“, die Situation habe sich „nur marginal verbessert.“ Zwar habe die Fed den Zinssatz schon auf Null gebracht, sie könne offiziell nichts tun, um ihn weiter herabzusenken. „Doch es gibt eine Möglichkeit: Sie könnte weitere Staatsanleihen erwerben“, empfiehlt das Portal. So würde sie die Nachfrage ankurbeln, die Preise für Staatsanleihen und staatlich gestützte Anleihen würden steigen, die Zinsen somit weiter sinken. „Diesen Prozess nennt man quantitative Lockerung.“

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