Presseschau
Wulff könnte für Merkel zu Bedrohung werden

Aus der Bundespräsidenten-Affäre könnte schnell eine Causa Merkel werden, kommentieren heute die internationalen Medien. Für die Kanzlerin komme der Skandal zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
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Aus der Affäre Wulff drohe eine Causa Merkel zu werden, kommentiert die Süddeutsche Zeitung. Zwar trage der Bundespräsident die Verantwortung dafür, dass er das ihm anvertraute Amt entwürdigt habe. Doch wenn in der Politik nur ansatzweise das Verursacherprinzip gelte, müsse auch die Kanzlerin zur Rechenschaft gezogen werden – sie habe Wulff ins Amt gehoben. Forderung der Münchner: Merkel müsse endlich den Schaden, den sie angerichtet habe, auch selbst begrenzen, indem sie Wulff zum Rücktritt drängt.

Die Bild-Zeitung dokumentiert die eigene Anfrage ans Bundespräsidialamt, die dem umstrittenen Anruf von Christian Wulff auf der Handy-Mailbox von Chefredakteur Kai Diekmann vorausgegangen sei.

Im Kommentar erklärt das Berliner Blatt, dass es für Christian Wulff unmöglich geworden sei, sein Amt fortzusetzen. Er sei in einer ganzen Reihe von Affären gefangen, „mal dubios, mal halbseiden, mal katastrophal“, weshalb es kaum vorstellbar sei, wie er auf einen Schlag in allen Fragen reinen Tisch machen könne. Aktuell verschanze sich Wulff hinter dem Titel des Bundespräsidenten. „Er missbraucht das Amt, um im Amt zu bleiben. Das geht nicht.“

Der frühere Bild-am-Sonntag-Chef Michael Spreng schießt in seinem Blog sprengsatz scharf gegen die früheren Springer-Kollegen. Um sich selbst nicht die Finger schmutzig zu machen, habe die Zeitung den vertraulichen Inhalt eines Telefonates an die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Süddeutsche Zeitung weitergegeben, „die sich für das Schlusskapitel instrumentalisieren ließen“.

Unabhängig davon seien Wulffs Drohungen beim Bild-Chefredakteur „unsagbar dämlich“ und insofern „lächerlich“, als Wulff in Kenntnis der „Bombe auf Kai Diekmanns Handy“ in seiner Erklärung zur Kreditaffäre noch über die Pressefreiheit geredet habe, ohne rot zu werden. Fazit: Im Abgang schaffe es Wulff, die Bild und den Bild-Chefredakteur zu Helden der Pressefreiheit zu machen. „Sauber hingekriegt, Herr Präsident.“

Kommentare zu " Presseschau: Wulff könnte für Merkel zu Bedrohung werden"

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  • ja!
    Wulff ist Opfer einer Kampagne. Wulff ist ein Gegner von ESM/ESFM (s. Lindau, Herbst 2011) Merkel will ein Gesetz für ESM/ESFM. Wulff muß es unterschreiben, soll es inkraft treten. Merkel ist schon mehrfach Widersacher auf fragliche Art losgeworden. (Merz, Koch, Stoiber..) warum nicht auch Wulff und deshalb, Wulff muß bleiben, als letzte Bastion gegen ESM/ESFM.

  • Ihr Titel:
    Wulff könnte für Merkel zu Bedrohung werden
    Das sehe ich genau so.Da hat Herr Wulff Heute der Kanzlerin einen Bärendienst erwiesen.
    Sie hätte lieber sagen sollen er soll zurücktreten.
    Jetzt meine ich wird Sie getreten.

  • Ihr Titel:
    Wulff könnte für Merkel zu Bedrohung werden
    Das sehe ich genau so.Da hat Herr Wulff Heute der Kanzlerin einen Bärendienst erwiesen.
    Sie hätte lieber sagen sollen er soll zurücktreten.
    Jetzt meine ich wird Sie getreten.

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