Pressestimmen
Mütterchen Nordpol

Die internationale Presse kommentiert die Ernennung des ehemaligen Home Depot-Chefs Robert Nardelli äußerst kritisch. Seine Tage dürften schon bald gezählt sein, heißt es. Die deutschen Zeitungen beschäftigen die ökonomischen Folgen des angekündigten Lokführerstreiks. Das Fundstück kommt aus der Moscow Times: Zehn eiskalte Gründe, sich den Nordpol unter den Nagel zu reißen.

Chrysler

Das Magazin »  Fortune schimpft, mit Nardelli - nach Alan Mulally bei Ford - innerhalb eines Jahres schon der zweite "Outsider" an die Spitze eines Detroiter Autokonzerns. Und das, obwohl Chrysler jetzt einen erfahrenen Automanager benötige, jemanden wie Wolfgang Bernhard (früher bei Mercedes) oder Jac Nasser (Ex-Ford-CEO), der einen ähnlichen Kurs fahre wie General Motors: die Produktlinie rationalisieren, abspecken und sich mit den Gewerkschaften einigen. "Stattdessen hat Chrysler jetzt Nardelli. Aggressivität und Disziplin ist aber nicht das, was Chrysler jetzt braucht - das gab es schon unter dem deutschen Management. Und wir wissen, wie diese Geschichte endete."

Die Neue Zürcher Zeitung, prophezeit, der Finanzinvestor Cerberus werde Nardelli "gnadenlos fallenlassen", wenn er keine schnellen Erfolge erziele. "Und auch als 'Aussenseiter mit frischem Blick' kommt Nardelli nicht an der mächtigen Autoarbeiter-Gewerkschaft UAW vorbei. Diese zeigte sich am Montag vom neuen CEO wenig erbaut. Wenn der UAW in den laufenden Tarifverhandlungen nicht erhebliche Konzessionen abgerungen werden können, dann dürften Nardellis Tage gezählt sein."

Lokführerstreik

Völlig entspannt meint die »  Financial Times Deutschland, für das deutsche Wachstum sei der Streik "kein Drama". In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung 2007 werde der Arbeitskampf "wie noch jeder Streik, der kein Generalstreik ist", keine großen Spuren hinterlassen. "Prognosen, wonach der Arbeitskampf täglich bis zu 500 Mio. Euro Schaden verursachen dürfte, sind absurd."

Größere Sorgen macht sich die »  Frankfurter Allgemeine Zeitung: Die ökonomischen Schäden des Streiks schätzen die Frankfurter auf zwei- bis dreistellige Millionenbeträge pro Tag. Ein bis zwei Tage könnten die Firmen zwar überbrücken, doch danach würden sich die Versorgungsengpässe auf die Produktivität auswirken, zitiert das Blatt die Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

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